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Die esoterische Bedeutung der Rosenkreuzer-Symbolik

für die Zukunft der Menschheitsentwicklung

   Eines der wichtigsten Probleme der rosenkreuzerischen Alchimisten war, die Harmonie zwischen Feuer und Wasser herzustellen. In den Rosenkreuzerfiguren, die 1785 erstmalig veröffentlicht worden sind, ist alles hierauf aufgebaut (2006 wiederaufgelegt bei Engel & Co Stuttgart: Die Lehren der Rosenkreuzer). Die Aufgabe der Erdenentwicklung besteht darin, die alte Weisheitsströmung als Erbschaft des Mondes (>Kosmos der Weisheit<) in die Strömung der Liebe überzuführen. In den einseitig, lokal bedingten vorchristlichen Kulturen gestalten sich beide Strömungen aus, in Ägypten die mystische Feuerströmung (Kain), im hebräischen Volk die wäßrige Weisheitsströmung des Mondes (Abel). Bei der einen Strömung (Weg durch das eigene Innere) kommt der Mensch in Gefahr, verbrannt zu werden durch das Feuer seiner Leidenschaften, bei der anderen Strömung, im Wasser des ätherischen Kosmos zu ertrinken, wie bei der persischen Zarathustraströmung. Bei aller esoterischen Entwicklung bestehen diese beiden Gefahren des Feuers und Wassers: zu verbrennen in der Glut der eigenen Leidenschaften (Kain) oder zu ertrinken im uferlosen Meer des Kosmischen (Abel). - Auch die >Odysee< stellt in ihren Irrfahrten die Weiten des Kosmos dar, in denen der Mensch ertrinken kann.

Aus Kap.: >Der neue Mercurio als Ziel der Alchimisten<

  Diese beiden Strömungen, wie sie sich besonders in der wissenschaftlichen Erkenntnisströmung und der priesterlichen Glaubensströmung darleben, sollen sich in der Zukunft, in der 6. nachatlantischen Kulturperiode, vereinigen. Darauf zielt die Tempellegende mit ihren Bildern hin. Hiermit hängen die beiden Symbole zusammen, die der Hohepriester in einer Tasche auf seiner Brust verborgen trug: Urim und Turim. Auf dieser Tasche waren 12 Edelsteine angebracht als Bilder für die 12 Stämme Israels. Bei wichtigen Angelegenheiten, die für das ganze Volk von Bedeutung waren, durfte er die beiden okkulten Symbole befragen, Urim und Turim, die Luther mit Licht und Gerechtigkeit übersetzt. Sie bedeuten aber: Weisheit und Liebe. Die Harmonie zwischen beiden Kräften wurde auf diese Weise durch eine Anleihe an die Magie hergestellt. Hierauf deutet das salomonische Siegel: Es ist die Verwirklichung des Geistselbsts.

 

 

 

 

  Im Mittelalter wurde unter den Rosenkreuzern auf diese Weise die 6. Kultur vorbereitet, indem man sich mit diesen Symbolen beschäftigte und sie zum Inhalt der Meditation machte. Dies geschah auch durch die alchimistischen Prozesse. Die Alchimisten erlebten die Läuterung der drei Seelenkräfte im ehrfurchtsvollen Miterleben der Stoffesverwandlungen. Ihre Seelen machten diese Vorgänge so stark mit, daß sich ihre Aura erhellte und selbst zu leuchten begann, indem sie einen Kupferglanz (bei dern Merkurprozessen), einen Silberglanz (durch die Salzkristallisationen) und einen Goldglanz (durch den im Feuer erstrahlenden Schwefel) erhielt. Es sind die drei Könige in Goethes Märchen, die so im Wandel der Seelenkräfte erstehen, wobei der >zusammengesetzte König< der noch ungeläuterten Seele entspricht, der ausgeschieden werden muß.

  Diese drei Stufen, die hierbei erlebt wurden, bezeichnet Rudolf Steiner folgendermaßen:

 

1. Stufe:          

Das Erleben der Salzprozesse bewirkt das Einleben in die Gottesgedanken

2. Stufe:          

Das Erleben der Merkurprozesse bewirkt das Einleben in das Götterfühlen

3. Stufe:          

Das Einleben in die Sulphurprozesse bewirkt das Einleben in das Götterwollen

 

  Obwohl es heute nicht mehr möglich ist, in solcher Art zu einer Seelenumwandlung zu kommen, so stellen diese alchimistischen Experimente doch die Vorbereitung für die heutige Geisterkenntnis dar, ohne welche die moderne Geisteswissenschaft nicht möglich geworden wäre. Damit in der Zukunft wiederum ein neuer Opferdienst an der Natur möglich ist, müssen wir in der Gegenwart durch das Studium der Geisteswissenschaft gehen und diesen Opferdienst vorbereiten. Dadurch wird eine spirituelle Naturerkenntnis sich entwickeln, welche die äußere Sinnesmaja durchbricht und das Geistige hinter ihr wieder erschaut. In diesem Zusammenhang nennt Rudolf Steiner die Erscheinung des ätherischen Christus, die durch die Arbeit der Rosenkreuzer vorbereitet wurde. Dieser wird zunächst dem menschlichen Denken, das sich durch das Studium der Geisteswissenschaft erkraftet, zugänglich sein in seiner ätherischen Wesenheit, darauf als astralische Erscheinung dem menschlichen Fühlen und zuletzt dem menschlichen Wollen in seiner geistigen Wesenheit sich offenbaren.

  In dieser Art war der Blick der rosenkreuzerischen Alchimisten auf die Zukunft gerichtet, die sie durch ihre Experimente und die sich daran anschließenden Seelenerlebnisse vorbereiteten.