II.5 Eine neue Möglichkeit, den Christus zu schauen

   Eine neue und größere Möglichkeit, den ätherischen Christus zu schauen, wird mit der Jahrhundertwende eintreten. Selbst wenn Rudolf Steiner das nicht direkt angesprochen hat, ist es eine notwendige, ja selbstverständliche Folgerung aus allem, was er über die kommenden Ereignisse ausgeführt hat. Es werden z.B. die Platoniker zur Erde herunterkommen, mit ihren großen spirituellen Kräften, die sie durch Jahrhunderte in der geistigen Welt entwickeln konnten. Andere werden wieder zur Erde heruntersteigen, die im Laufe des 20. Jahrhunderts auf Erden inkarniert waren und sich durch die Aufnahme und Verarbeitung der Geisteswissenschaft im Erdenleben und in ihrem nachtodlichen Dasein weiter entwickeln konnten, um mit neuen Fähigkeiten die Erde wieder zu betreten, z.B. mit der Fähigkeit, sich an ihr letztes Erdenleben zu erinnern. Viele von ihnen werden die Erscheinung des ätherischen Christus in ihrem Leben nach dem Tode gehabt haben.

   In einigen Vorträgen über die Äthererscheinung des Christus führt Rudolf Steiner an, daß sich die Zeiten vor Christus nach dem Golgathageschehen wiederholen werden, und zwar auf höherer Stufe. Im ersten Jahrtausend n.Chr. wiederholt sich das salomonische Zeitalter, im zweiten Jahrtausend das Moses-Zeitalter, und mit dem Anfang des dritten Jahrtausends beginnt die Wiederholung des abrahamitischen Zeitalters. Davon sagt er: "diesem abrahamitischen Zeitalter gehen wir entgegen und dieses muß und wird uns Gewaltiges bringen." Abraham war der erste Mensch, im welchen die Kräfte, die dem alten Hellsehen zugrunde lagen, für die innere Umgestaltung seiner physischen Leibesorganisation verwendet wurden. Das erzeugte das physische Werkzeug des Denkens im Menschen. Durch die Ausgestaltung des physischen Gehirns wandelte sich altes Hellsehen in bewußte Denkkräfte. Heute muß der umgekehrte Weg gegangen werden. Die entfalteten Denkkräfte müssen frei werden vom physischen Gehirn, damit ein neues Hellsehen sich entwickeln kann. Im Zusammenhang mit dem Beginn des abrahamitischen Zeitalters am Anfang des dritten Jahrtausends heißt es: "Wir gehen den Weg, der die Menschen wieder eintreten lassen wird in Zustände natürlichen Hellsehens." Mit dem Beginn des 3. Jahrtausends!

   Diese zweite große Möglichkeit, den Christus im Ätherleib zu schauen, sollte gut vorbereitet werden, um dann doch noch, was in der Zeit von 1933 bis 1940/45 verhindert wurde, für die Erdenmenschheit fruchtbar zu machen, trotzdem man genau weiß, daß die ahrimanischen Wesen diesmal noch viel größere Anstrengungen machen werden, um einen Durchbruch zum ätherischen Christus S25 zu verhindern. Das Fruchtbarmachen für die Menschheit kann gefördert werden durch die innere erkennende Teilnahme an dem, was das Hauptereignis in unserer Zeit ist. Dann kann folgendes für die Menschen eintreten: "Das Leben des Christus wird vom 20. Jahrhundert an immer mehr und mehr in den Seelen der Menschen gefühlt werden als ein persönliches Erlebnis." Dieses Gefühl wird dann besonders stark auftreten, wenn wir in Christus das hohe Geistwesen erkennen, welches in unserer Zeit im Bewußtein der Menschen auferstehen will, denn das umfaßt unser gesamtes geisteswissenschaftliches Streben, auf welchem Felde wir auch wirken. Schon das geistige Erleben des Christus durch unser Geistbewußtsein, auch wenn es nicht gleich zu einem Schauen führt, ist ein inneres Gewahrwerden des ätherischen Christus.

   Es erzeugt die Stimmung der Erwartung, die notwendig ist für das Erscheinen und Eingreifen des Christus in die Ereignisse, denen wir entgegengehen: "...das wird die Aufgabe sein derjenigen, die durch die Geisteswissenschaft lernen, sich wirklich zu erheben zur Erfassung des Geistes, die den Geist nicht herunterholen wollen in die Materie, sondern selbst hinaufsteigen wollen in die geistige Welt." Und in Bezug auf die Anthroposophie sagt er: "Und alle anthroposophische Lehre sollte sich umwandeln in uns in den starken Wunsch, dieses Ereignis an der Menschheit nicht spurlos vorübergehen zu lassen, sondern allmählich eine Menschheit heranzubilden in der Zeit, die uns noch zur Verfügung steht, die reif sein möge, die neuen Fähigkeiten in sich auszubilden und sich damit erneut mit dem Christus zu verbinden."

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