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I. Ureuropäisches Sagengut

Die Gebannten Helden im Schloß Geroldseck

(Stöber II.118,S85)


   <<In dem wir nun überzwerchs zurück durch den Wald, auff die Matten kommen, erkante ich mich also bald, daß wir nit weit, und nechst bey Geroltz Eck, eim alten Schloß auf'm Waßgau, wärn, von dem man vor Jahr'n hero viel Abenthewer erzehlen hören: daß nemblich die vralte Teutsche Helden, die Könige Ariovistus, Arminius, Witichindus, der Hürnin Siegfied vnd viele andere, in demselben Schloß zu g'wisser Zeit deß Jahrs gesehen werden; welche, wan die Teutsche in den höchsten Nöthen vnd am vndergang sein werden, wider dir herauß, vnd mit etlichen alten Teutschen Völckern denselbhen zu hülff erscheinen solten.>>


   Die Notiz stammt von Moscherosch und findet sich in der Schrift: Wunderliche Wahrhafftige Gesichte Philanders von Sittenwalde das ist Straffschriften Hanß Michael Moscheroschen von Wilstädt. Anderer Teil vermehrt und gebessert. Strasburg 1665S32. - Ernst Martin und Heinrich Schlosser versuchten wahrscheinlich zu machen, daß Moscheroschs Erzählung eine freie Erfindung dieses Autors sei, die lediglich den Zweck verfolge, die eigenen Landsleute zu warnen und zu neuer Begeisterung für die deutsche Sache zu entflammen. Dem gegenüber darf Folgendes nicht übersehen werden:

S2   Wenn auch der Rahmen, in den das Ganze gespannt ist, ein unverkennbar zeitbedingtes Gepräge trägt, und wenn Moscheroschs Absicht, patriotisch anfeuernd zu wirken, keineswegs in Abrede gestellt werden soll, so kann doch andererseits nicht die Tatsache bestritten werden, daß bei ihm der letzte Rest einer alten, immer mehr verglimmenden Tradition sichtbar wird, die im Volke noch lange gelebt haben muß, und die sich trotz der ablehnenden, mißbilligenden, ja geradezu feindlichen Haltung der Kirche, wenn auch noch so schwach, zu behaupten vermochte. Dies wird, wie ich hoffe, recht bald deutlicher werden. Zunächst frappiert an dem Moscherosch-Passus die sonderbare Namens-Zusammenstellung: Zu den großen historischen Kämpfern, Ariovist, Armin und Widukind gesellt sich Siegfried, der Held der Nibelungensage. Die Art, wie man im Mittelalter und noch zu Beginn der Neuzeit Geschichte erlebte, kommt darin zum Ausdruck, daß man sich um konkrete und genaue Einzelheiten wenig kümmerte. Man hatte ein durch die mündliche Überlieferung gegebenes Grundgefühl, das ein Erlebnisgefüge umspannte und zu einer ideellen Einheit zusammenfaßte. Es kam darauf an, hauptsächlich dieses richtungsweisende Haupterlebnis herauszuheben. Die begleitenden Nebenumstände wurden keiner kritischen Revision unterzogen, sie mochten so heterogen sein wir nur immer. Selbst in einem Moscherosch ist noch eine Spur einer solchen Denkungsart, einer solchen Einstellung wahrnehmbar. Siegfried wird auf denselben Generalnenner mit Ariovist, Armin und Widukind gebracht, weil hier das gleiche, in der Zugehörigkeit zum gleichen Volkstum verwurzelte Grundgefühl liegt.

   Siegfried wird von Moscherosch mit dem Elsaß in innige Verbindung gebracht. Sind sonst noch Anzeichen vorhanden, die eine Beziehung der Nibelungensage zu dem Elsaß wahrscheinlich machen?


Das Siegfried-Motiv

S3   In einigen Handschriften des Nibelungenliedes ( in der St.Galler Handschrift, in der Hohenems-Münchener Handschrift und in der Münchener Handschrift D) wird bekanntlich nicht der Odenwald, sondern der Wasgenwald als das Ziel der von Hagen heimtückisch geplanten Jagd angegeben. Wie, wenn im Elsaß sich noch im 9. und 10. Jahrhundert eine Gegend nachweisen ließe, in der ein letzter Rest der alten Hexensage, wenn auch recht verkappt und getarnt, weiterexistierte?

   Stöber hat die Quell, die dies berichtet, nicht in den Bereich seiner Untersuchung gezogen. Er hat sowie übrigens die gesamte Forschung bisher - eine aufschlußreiche Stelle im XV.Kapitel der aus dem Ende des IX. oder dem Anfang des X. Jahrhunderts stammenden Lebensbeschreibung der heiligen Odilie (Vita Sanctae Odiliae, herausgegeben von Chr.Pfilster in den Analecta Bollandiana, tome XIII (1894) und in den Monumenta Germaniae von W.Levison) nicht beachtet. Und hier erfahren wir:

   XV. Factum est autem, dum (Otilia) in eodem opere occupata esset, ut veniret ad eam quidam vir portans in Domina, accipe has virgulas et planta eas, ut in posterum ob memoriam tui habeantur. Illa autem aciepiens iussit sororibus, et ait: Noli has plantare, domina, virgas, quia frequenter ex ipsa arbore nascuntur vermes mali. Et ílla: Noli, inquit, turbari quia, numquam aliquid, constrarietatis ex his arboribus veniet. Et tulit unam in manu sua et aít: In nomine Patris te planto. Et alteram accipiens, dixit: Et te in nomine Filii. Et tertiam tulit decens: Et te in nomine Spiritus sancti, mysterium Trinitatis complens. Quae usque hodie umbra sua videntur in arbore aestatis praestare ancillis Christi magnum refrigerium , se per plurimum extendendo spatium. (Nach Pfister S23).

S4   Während man mit dem Bau des Klosters Niedermünster beschäftigt ist, bringt ein Mann drei Lindenruten. Er bittet die Herrin, sie zu ihrem eigenen Andenken zu pflanzen. Sie läßt drei Vertiefungen graben, doch da kommt eine Schwester und erhebt Einspruch: Pflanze sie nicht, diese Ruten, weil häufig an diesem Baume böse Würmer sich bilden. Otilia läßt sich nicht beirren: Sie pflanzt die drei im Namen der Dreifaltigkeit, und noch heute spenden die breit ausladenden Bäume in der Sommerhitze kühlen Schatten.

   Hier wird von den bösen Würmern der Linde (vermes tiliae) gesprochen und damit in einer der Volksethymologie naheliegenden Weise auf den Lindwurm, den Drachen, hingedeutet. Der Lindwurm - nach der richtigen Ableitung eine Doppelbildung wie Nietnagel u.a. - gehört unverkennbar in den umfassenderen Komplex der Siegfriedsage. So dürftig und zugleich so diskret diese Anspielung auch ist, sie läßt noch ein weiteres leise aufdämmern: Ein wichtiges Glaubensstück der vorchristlichen Epoche, das in einer gefährlichen Parallelität zur christlichen Trinität gestanden haben muß, wird wie aus Nebelhüllen für Augenblicke, wenn auch noch verschwommen und nicht umrißscharf, sichtbar. Vor der christlichen Trinität, um die ja schon sehr frühe so heftige Streitigkeiten ausbrachen, weil man ihren vollen Sinn nicht mehr zu erfassen vermochte, gab es - darin hat Gorsleben in seinem freilich recht viel Fragwürdiges enthaltenden Buche: <<Hoch-Zeit der Menschheit>> sicherlich recht - eine heidnische Trinität. Diese wurde in den alten Weisheits- und Einweihungsstätten, die das Sig- oder Sikke-Geheimnis hüteten, gelehrt. Es ist notwendig, über diese Sig- und Sikke-Mysterien zunächst einiges mitzuteilen. Bei dem Dunkel, das über diesem noch kaum geahnten Problem ruht, kann von einer umfassenden oder gar erschöpfenden Darstellung keine Rede sein. Nur so viel kann angedeutet werden, daß im Mittelpunkt dieser Weisheitsschulung ein ganz S5 bestimmtes Erlebnis stand, das als ein Blitzerlebnis bezeichnet wurde. Wer es - meist nach sorgfältig gestuften Vorbereitungsstadien - hatte, sah die bisher den wahren Tatbestand verschleiernde Hülle zerreißen, fühlte sich wie von einem Blitz durchzuckt und erleuchtet. Wenn wir auch heute noch von einem blitzartigen Aufleuchten einer Wahrheit sprechen - man denke insbesondere an Nietzsche, der diesen Ausdruck mit einer gewissen Vorliebe verwendet, um die Art der Bewußtwerdung seiner neuen Gedanken zu verbildlichen - so ist das nur ein schwaches Analogon jenes Mysterienerlebnisses. Der Blitz wurde sinnenfällig nachgestaltet in der bekannten Zickzacklinie, die als Sig-Rune (Blitzzeichen) in das germanische Alphabet übernommen wurde. Und nicht ohne Grund führte diese Rune ihren Namen: sie veranschaulicht den sieghaften Durchbruch des Geistigen durch die täuschende Sinneshülle. Durch Anwendung welcher Mittel dieser Durchbruch erzielt wurde, ist für uns hier nebensächlich. Wichtig hingegen ist, daß derjenige, der diese Art von Einweihung leitete sowie wohl auch derjenige, der das Ziel (man denke an das griechische Wort: telos als Bezeichnung für die Einweihung) erreichte, ein Sig-fried genannt wurde. In den Weihestätten der Sig-Mysterien hätten wir demnach die Keimzelle des Siegfried-Mythos zu suchen. Was sich um diesen Kern an naturmythischen oder historischen, halbhistorischen Bestandteilen später herumlegte und ihn fast bis zur Unkenntlichkeit umgestaltete, soll hier nicht weiter in Betracht gezogen werden. Was uns interessiert, ist die Tatsache, daß der Durchbruch zum Blitzerlebnis mit einer uralten Trinitätslehre in Zusammenhang gestanden haben muß. Die drei Seelenkräfte: Denken, Fühlen und Wollen waren gewiß frühe schon, wenn auch nicht in schärfster begrifflicher Umrissenheit, sondern mehr als starke Urerlebnisse in den Bereich der Mysteriekulte getreten, wie auch der Gedanke an die schaffenden Vaterkräfte in dem Naturwalten und das, was im geschichtlichen Ablauf des S6 Menschenwerdens als Mutter- und Sohneskraft sich manifestiert, aufgetaucht sein muß. Ja, es wird wohl das Muttermotiv in manchen Gegenden mit besonders geartetem Seelenklima lange das Sohnesmotiv so stark überstrahlt haben, daß ihm geradezu eine dominierende Stellung zukam. Auf die Parallelität dieser Weltpotenzen mit den seelischen Grundkräften wurde in einer ebenso vorsichtigen als das Wesen treffenden, sachgemäßen Weise aufmerksam gemacht. Und das gleiche gilt auch von der dritten Trinitätspotenz, die man als <<Geist>> bezeichnete, und die in der im Menschen - im Laufe der Zeit immer intensiver - zu Tage tretenden Selbständigkeitstendenz ihren natürlichen Ankergrund hatte. Und so müssen wir uns vorstellen, daß diese Trinitätslehre, der es an Hintergründen für den <<Wissenden>> - je nach dem Stande seiner Entwickelung - nicht fehlte, zu den notwendigen Bestandteilen der Mysterienunterweisung gehörte.

   Die Mysterienstäten wurden nach diesem <<Drei>>-Erlebnis geradezu benannt als Weihestätten der Drei, und die späteren Umgestaltungen dieser Bezeichnung lassen die noch durch die dichtgewobene Hülle er verständnislos gewordenen Tradition hindurchschimmern! Was da von Troja oder von den Trojaburgen im Norden erzählt wird und zu recht sonderbaren Geschichtsklitterungen führte, hat den eben berührten Tatbestand zur Voraussetzung. (Siehe hierüber weiter unten!)

   Zuerst waren die Zeichen, die man für die Darstellung des Trinitätserlebnisses sowie des sieghaften Durchbruchs zum wahren Wissen wählte, kultische Gesten, die in sich eine magische Kraft vereinigten. Jedem Zeichen wohnte eine spezifische, durch die Konfiguration gegebene Energie inne. Der moderne Mensch wird höchstens dann sich das hier Gemeinte einigermaßen näher bringen können, wenn er sich in den erheblich gröberen Bereich der elektro-magnetischen Spannungen und Ladungen versetzt. Doch wie man sich auch dazu stellen mag, die Wirkung wurde S7 damals in dem gestikulativ geformten Zeichen d.h. in dem kultischen Akt als solchem erlebt. Es ist bereits offenbar ein Abstieg in eine minder starke Empfänglichkeit in den Mysterienstätten eingetreten, als man an die Stelle des Gestus das in die Materie geritzte Zeichen der Rune setzte.

   Die Vater-Rune, die Mutter-Rune und die Geistrune sind jedenfalls noch erkennbar. Ich gebe sie in Anlehnung an Gorsleben:

    Daß die Mutter die zweite Person der Trinität wurde, ist - bei Licht betrachtet - ein Nachhall aus der Zeit, in der aus der damaligen Wesensnatur von Mann und Frau die Superiorität der Frau resultieren mußte: Die Frau gab als die phantasiebegabte, gefühls- und instinktsichere Beraterin des mehr dumpf willensmäßig gerichteten Mannes der ganzen Epoche das Gepräge. Es war dies die Zeit des von J.Bachofen erforschten Mutterrechts, die Zeit des Matriarchats. Die spätere, aus der inneren, nach der Seite des klaren Denkens erfolgenden Weiterentwickelung des Mannes erklärbare Umwandlung der Mutterphase in die Sohnesphase innerhalb des trinitarischen Weltbegreifens kann bis in die äußeren Zeichen hinein verfolgt werden: Aus M, das ja zugleich ein Himmelszeichen war und noch nach der verhältnismäßig spät durchgeführten Differenzierung in den astronomischen Zeichen der Jungfrau und des Skorpion M erkennbar ist, wurde X und daraus , das Kreuzzeichen und zugleich das Kelchzeichen der Gibor-Rune, d.h. der Geber-Rune, die als das eigentliche Christus- und Grals-Symbol anzusehen ist.

   Wie sehr dieses Zeichen speziell mit dem Odilienberg verwachsen ist, erhellt aus der Tatsache, daß der Kelch das Siegelzeichen des Klosters wurde. S8 

Odilie

   Selbstverständlich geschah dies in erster Linie in Erinnerung an die Sterbeszene der Odilie (s.S87). Doch sprachen auch auf geheimer Tradition beruhende Momente mit. Eine solche Geheimtradition bricht ja auch in dem eigenartigen Weihnachtskantus durch, den Herrad von Landsberg ihrem Hortus deliciarum mitgegeben hat:

Sol oritur occasus nescius

Et filiae fit pater filius

OOO pro populo

OOO OOO OO

OOO OOO OO

OOO OOO OO

OOO

   Zunächst wird auf das Verhältnis von Vater und Sohn hingewiesen und zugleich auf die Sonne, die nicht untergeht, hingedeutet. Das ist nur aus altem Mysterienwissen vollbegreiflich. <<Die Sonne um Mitternacht>> (der Kantus wurde um Mitternacht am 24. Dezember gesungen), <<Sohn und Sonne>>: - man denke an Platos dunkles Wort, das die beiden miteinander in Beziehung bringt, (Politeia, 306B,308E), - der O-Laut, der dreißig Mal wiederholt wird, und nicht nur der alten Odhil-Rune S9 entspricht, sondern auch zugleich in der äußeren Zeichenform sonnenhaft anmutet: das alles scheint mir keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, daß auf Hohenburg eine esoterische Tradition bestand, die jedenfalls der Herrad von Landsberg noch bekannt war. - -

   Jetzt ist es uns möglich, auch die Sig-Rune (Blitz-Zeichen) noch in einem neuen Lichte zu sehen: Wer das Sig-Erlebnis hatte und so zum Siegfried wurde, mußte zuvor das Niedere in sich überwinden. Das Niedere ist aber je und je durch das Bild des nicht zur Vertikalen sich erhebenden Tierwesens, und zwar des Tieres, das in besonderer Weise der Erde verhaftet ist, des Wurmes, des Drachen, veranschaulicht worden. Der wahre Siegfried ist ein Drachentöter. Das steht im Hintergrund der Sigmysterien.

   Für die Kirche war die Erinnerung an solche Zusammenhänge etwas, das sie mit aller Schärfe bekämpfen mußte. An die Stelle der alten Mysterien mit ihrer Trinität sollte das christliche Mysterium treten. Was die Sage als einen schwachen Nachhall älterer Glaubensvorstellungen in der Erzählung von dem Lindwurm bewahrt hat, mußte darum beseitigt werden. In einer Zeit, die sich schon so stark mit lateinischem Wesen erfüllt zeigt, war das Wort Lindwurm nicht mehr verständlich. Hatte doch auch das deutschsprechende Volk dem germanischen Worte <<Lind>> die hierfür geläufige spätere Form <<Wurm>> angefügt und so eine zu Mißverständnissen führende Doppelbildung geschaffen. Der Kleriker, der in der schon stark latinisierten Zeit des ausgehenden IX. oder anhebenden X. Jahrhunderts die Lebensgeschichte der heiligen Odilie aufzeichnete, fand eine Erzählung vor, die von dem Pflanzen von drei Lindenbäumen berichtete, und diese sichtbare Dreiheit, die ausdrücklich mit der christlichen Trinität in eine Art von sakraler Verbindung gebracht wurde, sah man wohl schon in der Überlieferung als ein Hilmittel gegen das Heidentum an, das von den bösen Würmern (vermes mali) berichtete. Daß diese Lindwürmer mit der Linde in S10

Zusammenhang gebracht wurden, darf uns bei der ganzen Art der Vorbildung dieses Geistlichen nicht wundern.

   Die Notiz der vita Sanctae Odiliae enthüllt uns, so sehr sie auch von christlich-apologetischem Geist erfüllt ist, richtig betrachtet, eine fas verwehte Spur eines alten ureuropäischen Sagenkomplexes. Damit - so könnte man einwenden - ist nur auf den Drachenmythos hingewiesen. Sind nicht noch weitere Bestandteile der Nibelungensage belegbar? Das Sig-Mysterium mußte dem Christentum zum Opfer fallen. Aber die christianisierte Sage, die sich später um das ursprüngliche Zentrum des Mysterienerlebens wob, ja aus ihm sich in exoterisch-epischer Breite, in historisch oder fiktiv-historischer Tatsachenverflochtenheit unter Hinzunahme noch anderer bedeutsamer Sagenmotive entwickelte, muß gerade in solchen Gegenden, in denen noch ein Rest der alten Kulterlebnisse in der Luft lag, um so williger Anklang gefunden haben. Hier mußte man mehr wie sonst bereit sein, das Neugestaltete an den alten Mysterienort festzubannen und durch eine solche Lokalisierung eine, wenn auch noch so schwache Verbindung mit der untergegangenen Epoche eine Zeit lang aufrecht zu erhalten, und auch den letzten Schimmer der Urvergangenheit wie ihn das später entstandene Nibelungenlied bot, lebendig zu erhalten. Wenn der Landmann aufs Feld ging, mag ihn noch das umraunt haben, was er von den Vorfahren gehört hatte. Doch auch hier griff allmählich Zerstörung und Zersetzung ein. Die alten Sagen verklangen, und nur in einigen uns erhaltenen Flurnamen kann man dürftige Überbleibsel einer versunkenen Zeit erkennen. Da ist von einem Siffertsbrunnen = Siegfriedsbrunnen bei Stetten 1290 die Rede. <<Ein Sifritz Burne wird 1444 bei Bernhardsweiler (bei Oberehnheim) erwähnt; ebendort ist uns 1295 der Flurname <<uf Kriemhilde Linde>> bezeugt, der 1343 als <<uf die Wise zu Kriemhilte>> wiederkehrt.>> (So nach Dr.J.Lefftz in seinem Aufsatz: <<Was unsre Flurnamen erzählen>>. Mein Elsaßland, 2. Jahrgang,1922S277). S11

   Die Namen konnten sich eben da festhaken, wo von altersher Stützen gegeben waren. Was die Flurbücher und zwar verhältnismäßig spät berichten, weist in erheblich frühere Zeit zurück. Siegfrieds Ermordung, von der uns das Heldengedicht Kunde gibt, konnte sich dort um so intensiver einprägen, wo eine schwache blasse Erinnerung an die vorchristlichen Mysterienstätten bestand, in denen das Siegfriederlebnis in seiner Tiefe erfaßt worden war.

   Doch nicht nur die Nibelungensage, auch gewisse Grundtatsachen der Parzivallegende stehen, wie ich in diesem Zusammenhange andeuten möchte, in einem noch immer nicht genügend geklärten Verhältnis zu dem Elsaß, speziell zu dem Odilienberg. Einwandfrei steht fest, daß Philipp von Elsaß, Graf von Flandern, aus dem Geschlecht der Familie der heiligen Odilie, dem Chrestien de Troyes ein lateinisches Buch übermittelte, das dieser seinem unvollendet gebliebenen Werke <<Conte du Graal>> zugrunde legte.

   Es muß innerhalb der Familie der heiligen Odilie eine Tradition bestanden haben, die um das Geheimnis des Grals wußte.


Der Kampf der Helden auf dem Wasgenstein

(StöberII,241,S169ff)

   In den Bereich der bereits in die epische Exoterisierung übergegangene Siegriedsage gehört Hagen als der Gegenspieler. Doch neben das im Nibelungenlied berichtete Hauptgeschehen stellt sich eine Begebenheitsreihe, die den Gegenstand des Walthariliedes bildet. Daß die elsässische Sage Hagen dem Elsaß entstammen läßt, ist eine Tatsache, auf die in anderm Zusammenhang noch eingegangen werden soll. (s.S.16ff).

   Stöber schließt sich an die Übersetzung an, die Joseph Viktor von Scheffel in seinem 1855 erschienenen S12 <<Ekkehard>> gegeben hat. In den eingestreuten Versen (S171) nimmt er eine kleine Veränderung vor: Er setzt an die Stelle des durch den Reim geforderten, etwas ungewöhnlichen Wortes <<Schluft>> Schlucht.

 

Der Kampf der Helden auf dem Wasgenstein

   Die Kunde, daß der grimmige Hunnenkönig Etzel (Attila) sich mit einem zahlreichen Heere vom Donaustrande aufgemacht habe, um gegen den Rhein zu ziehen, erfüllte das Land mit Schrecken.

   Um die Greuel der Verwüstung, welche überall dem Zuge des Siegers folgten, von ihren Völkern abzuwenden, beschlossen die Könige, denen die Lande untertänig waren, Etzel Schätze und Geiseln entgegenzuschicken.

   So schickte der Frankenkönig Gibich von Worms als Geisel seinen Dienstmann, den aus einem elsässischen Geschlechte entsprossenen Hagen von Tronje*(s.hierüber S19); König Herrich von Burgund, der zu Chalons seinen Sitz hatte, sandte seine Tochter Hildegund, und Alpker, der über die Gothen im Wasgenlande gebot, gab seinen Sohn Walther als Geisel dahin.

   König Etzel nahm die Geiseln nebst den reichen Schätzen, welche ihm dieselben mitbrachten, an und zog wieder in sein Reich zurück.

   Die beiden jungen Recken, Walther und Hagen, hielten sich an Etzels Hof so wohl, daß sie der Hunnenkönig zu Scharmeistern in seinem Heere machte. Auch wußte die schöne Hildegund, Herrichs blühendes Kind, die Gunst der Königin Helde zu gewinnen; sie wurde von ihm mit dem Amte einer S13 Kämmerin betraut und was als solche im Besitze der Schlüssel zu allen Gemächern und Schreinen.

   Die Nachricht vom Tode König Gibichs in Worms, dem sein Sohn Gunther nachgefolgt war, hatte in Hagen von Tronje ein unwiderstehliches Heimweh erregt. Er entfloh heimlich von Etzels Hofe mit Hilfe Walthers, seines Jugendfreundes und Bundesgenossen.

   Auch diesem wäre es ein Leichtes gewesen, seine Heimat wieder zu gewinnen, wenn ihn nicht die Liebe zu Hildegund, mit welcher er schon als Kind verlobt worden war, noch bei Etzel zurückgehalten hätte.

   Trotz der Warnung seiner Gemahlin Helde, nun wachsameres Auge auf Walther zu haben, und dem Rate, den sie Etzel gibt, den jungen Königssohn mit einer heunischen Fürstentochter zu vermählen, um ihn also für immer an seinen Hof zu fesseln, weiß Walther durch listige Rede und durch den Glanz seiner Waffentaten Etzel zu betören und alles Mißtrauen aus seinem Sinne zu verbannen.

   Inzwischen verabredeten die Liebenden, als sie sich eines Tages nach einem Siege, den Walther über ein mächtiges Grenzvolk davongetragen hatte, allein im Königssaale befanden, ihre baldige Flucht aus dem Heunenlande.

   Die Gelegenheit dazu stellte sich bald ein. Um Walthers glänzenden Sieg zu feiern, hatte Etzel ein großes Fest veranstaltet, wobei der listige Walther dem König und sämtlichen Gästen so tüchtig einschenkte, daß sie <<vom Übermaße berauscht, im Saale schnarchend lagen.>>

   Nun schlich Walther davon, waffnete sich aufs beste, belud den Leuen, ein herrliches Streitroß, mit Gold und Edelsteinen, die er in zwei Schreinen wohl verwahrte, und floh mit der Geliebten. S14

   Sie suchten die einsamsten, wildesten Gegenden auf und fristeten das Leben mit Vögeln und Fischen.

   Nach zwei Wochen standen sie am Rheine Worms gegenüber. Dem Fergen, der sie übergesetzt, gaben sie einen Fisch, den Walther noch in der Donau gefangen hatte.

   Dieser Fisch kam des folgenden Tags auf Königs Gunthers Tisch und erregte dessen Erstaunen, da dieser Art Fische nicht im Rheine gefunden werden. Der Fischer wurde gerufen, und erzählte, wie er denselben von einem stattlichen Helden, den er nebst einer wunderschönen Maid über den Fluß gesetzt, erhalten habe. Beide hätten ein mit zwei schweren Reiseschreinen beladenes Streitroß geführt, und in diesen Schreinen hätte es geklungen, wie eitel Gold und Edelsteine.

   Hagen erkannte alsobald in den Reisenden seinen Freund Walther und dessen Braut Hildegunde, die mit ihrem Horte aus dem Heunenlande entflohen seien.

   Kaum hatte der habsüchtige Gunther diesen Bericht vernommen, als er sich, vergebens von Hagen gewarnt, an die Spitze von zwölf seiner besten Helden setzte, um den Flüchtlingen nachzueilen und ihnen ihre Schätze zu entreißen.

   Hagen, der unter der Zahl der zwölf sich befand, folgte ihnen mit dem Vorsatze, nicht gegen den Genossen seiner Jugend zu kämpfen, sondern den König vom Kampfe zurückzuhalten.

   Der kühne Held war unterdessen mit seiner holden Jungfrau landeinwärts geflohen:

In einem schattig finsteren Walde ritt er ein;

Das war des Waidmanns Freude, der alte Wasgenwald,

Wo zu der Hunde Bellen das Jagdhorn lustig schallt.

Dort ragen dicht zusammen zwei Berge in die Luft S15

Es spaltet sich dazwischen anmutig eine Schlucht,

Umwölbt von zackigen Felsen, umschlungen von Geäst

Und grünem Strauch und Grase, ein echtes Räubernest.

   Unter dem schützenden Felsentore, der Wasgenstein genannt, beschloß Walther, von der langen beschwerlichen Wanderung ermüdet, Rast zu halten und neue Kräfte zu sammeln, um gegen jeden Überfall gerüstet zu sein.

   Die Stunde des Kampfes erschien nur zu bald. Gunther war dem Helden auf die Spur gekommen und hielt mit seinen Kriegsleuten am Fuße des Wasgensteins. Vergebens warnte Hagen, vergebens bot Walther dem Könige einen Teil der Schätze an. Gunthers Habsucht verlangte den ganzen Hort und schickte einen seiner Begleiter nach dem andern zum Kampfe.

   Walther besiegte und erschlug, jedesmal auf andere Weise und gegen andere Waffen streitend, elf dieser Krieger.

   Hagen, der, sich dem Kampfe fern haltend, auf seinen Schild gelehnt, demselben zugesehen hatte, ließ sich endlich auf Gunthers dringende Bitten, besonders aber durch den Fall seines Neffen, Patafried, von Schmerz und Wut erfüllt, bewegen, gemeinschaftlich mit dem Könige Walther zu bekämpfen.

   Der Streit begann mit Heftigkeit auf beiden Seiten. Neunmal griffen sie einander an, bevor ein entscheidender Streich gefallen war, bis endlich Walther Gunthers Schild wegschlug und dem König mit gewaltigem Schwerthieb den ganzen Schenkel ablöste. Nun sprang Hagen wider den Jugendgenossen auf und hier ihm die rechte Hand ab. Mit der linken kämpfend, spaltete dieser Hagens Lippe, durchschnitt ihm die rechte Schläfe, hieb ihm sechs Backenzähne aus und entstieß ihm ein Auge. S16

   Aber des Kämpfens war jetzt genug. Die tapferen Helden schlossen Frieden. Auf Walthers Wink eilte die zitternde Jungfrau herbei, die Verwundeten mit linden Linnentüchern zu verbinden und kredenzte ihnen sodann zur Sühne den kühlen Labewein.

   Trotz der blutigen Wunden und grausamen Verstümmelungen, welche die Kämpfer davongetragen, neckten sich Walther und Hagen, bevor sie schieden, noch mit Scherzreden.

   Hagen lud den hinkenden König auf sein Pferd und zog mit ihm wieder nach Worms, während sich Walther mit Hildegunde an den Hof seines Vaters begab, um sich die geliebte Braut antrauen zu lassen.

   Nach Alpkers Tode bestieg Walther den Thron und gebot während dreißig Jahren über das Volk der Goten im Wasgenlande, und vollbrachte noch viele Taten der Kraft und Tapferkeit.


Troja und Neu-Troja.

(Stöber II,80,S65)


<<König Dagobert baute zu Kirchheim, bei Marlei (Marlenheim)

eine schöne Burg, die nannte er Neu-Troja, die sollte so fest

und gewaltig werden, als vordem Troja war, aus welcher die

Sage nicht nur sein königlich Geschlecht, sondern auch das

Volk der Franken herleitet.>>

   Wie ist diese Zusammenkoppelung von Troja mit dem Frankenvolke zu erklären?

   Wir sprachen schon davon, daß in den Sigmysterien die Pflege der heiligen Drei im Mittelpunkt stand. Das Geheimnis der Drei wurde in dem Worte Troja festgehalten und ist, wie schon Gorsleben vermutet hat, in innigstem Zusammenhang mit Treue zu bringen. So schwingt in dem Worte Troja Urgermanisches mit, dessen S17 wahres Wesen im Laufe der Zeit immer mehr der Vergessenheit anheimfiel. Erst nur im engen Kreise der Wissenden beheimatet, verlor es in einer exoterischen Verengung und Verarmung beim Übergan in die weiteren Kreise der Volksgemeinschaft seine ursprunghafte Tiefe. Wenn die <<Treue>> mit einer Art religiösen Inbrunst noch im Mittelalter gepriesen und als Leitbild, als Höchstes und Letztes alles moralischen Strebens hingestellt wurde, so haben wir hierin einen fernen Nachhall jener in Mysterienverbundenheit erlebten sakralen Zusammenhänge zu erblicken.

   Die Geistlichen, die in ihrer klösterlichen Isoliertheit der Volkssubstanz entfremdet waren und fast ausschließlich die lateinische Kulturwelt kannten, suchten das, was die Volksüberlieferung ihnen übermittelte, in ihrer Weise zu erklären und brachten die Franken mit den Trojanern in Verbindung. Sie ahnten nicht, daß das Troja, um das die Griechen kämpften, ursprünglich selbst eine Mysterienstätte gewesen war und daß die Trojaburgen, die wir namentlich im Norden z.B. bei Wisby auf der Insel Gotland finden, und deren figurales Schema sich bis in die Steinfliesen mittelalterlicher Kirchen Frankreichs gerettet hat, nur im Zusammenhang mit dem urgermanischen, ureuropäischen Mysterien-Ritus verständlich ist (Es soll hier ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die Troja-Figuren, wie zum Beispiel die Vase von Tragliatella eine solche aufweist, auch dem Zwecke der Veranschaulichung des Labyrinth-Erlebnisses dienten. Das Labyrinth galt als ein Abbild des menschlichen Denkorgans des Gehirns. Dem Menschen sollte durch das Anschauen der vielfach verschlungenen Linien und Windungen zum Bewußtsein kommen, daß die Zeit der alten Hellsichtigkeit, die sieghaft wie im Flug die Wahrheit erhaschte, vorüber war, und daß in mühsamer Arbeit, Schritt für Schritt, unter steter Gefahr des  Abirrens, jetzt der Seinszusammenhang gesucht werden mußte. Man sollte einsehen lernen, daß man sich künftighin in diesen Wunderbau hineinleben müsse, wie denn auch eine Zeit hereinzubrechen bestimmt sei, wo der Mensch genügend Kraft besitze, um bewußt den Weg aus dem Labyrinth wieder ins Freie zu finden). Das Vorgebirge Sigeion, das nicht allzuweit von dem asiatischen Boden Trojas entfernt lag, hat wohl eher mit den S18 Sigmysterien als mit dem griechischen Wort Sige zu tun (obwohl auch das ein Mysterienwort ist.) Adolf Faust hat den germanischen Ursprung dieses Wortes wohl richtig erkannt (S. einige deutsche und griechische Sagen im Lichte ihrer ursprünglichen Bedeutung, 1898.)

   Ist dem aber so, so wird auch begreiflich, weshalb Hagen im Waltharilied als veniens de germine Trojae (v.28) bezeichnet wird. In Scheffels Übersetzung lautet die Stelle:

Doch war des Königs Vetter, Herr Hagen, hochgemut

Von Trojas Heldenstamme, ein adlig junges Blut.

   Hagen war eben durch die Trojainitiation hindurchgegangen, wie übrigens auch Siegfried. Er war ein <<Siegfried>> wie dieser. Daraus wurde dann in der epischen Ausgestaltung - fraglos unter der Einwirkung anderer Sagenmotive - eine tragische Erzählung, die vom Neid Hagens berichtet und Hagen in Gegensatz zu Siegfried bringt. In der Erzählung von der Gründung Neu-Trojas ist auch der letzte Schimmer des ursprünglichen Tatbestandes geschwunden: Der lateinische Firnis, der durch den Einfluß der Vergil-Lektüre auf dem Worte Troja ruht, scheint alles Urgermanische zu verdecken.

   Wenn Xanten (castra vetera) speziell als eine trojanische Siedlung in Anspruch genommen wird, so hängt dies damit zusammen, daß hier einst eine Mysterienstätte bestand. Siegfried, dessen Vater in Xanten herrschte, wird deshalb hier lokalisiert.


SPAETERE LOKALISIERUNGEN

a) Tronje = Tongern (Tongres)

b) Tronje = Tränheim


   a) Der belgische Byzantist Grégoire verlegt die Heimat Hagens nach Tongern, Tongres, in die ehemalige civital Tungrorum. Eine Notiz, die er bei dem Historiker Olympiodorus fand, veranlaßt ihn, nicht Mainz (Moguntiacum), sondern Mundiacum = Munzen (in der Provinz Lüttich) als den Sitz des Königs Gunther anzunehmen, an dessen Hof der Sage nach Hagen lebte. Und Tongern liegt nur 40 km von Munzen entfernt. Was von Grégoire zur Stützung seiner These vorgebracht wird, erweist sich bei näherer Betrachtung als nicht stichhaltig.

   b) Im Elsaß verlegt man Hagens Heimat in das unweit von Kirchheim gelegene Dorf Tränheim. Man tut dies wohl auf Grund einer alten Tradition. Hagen - wir haben schon darauf hingedeutet - gehörte in den Weihebereich eines Sig-Mysteriums. Im Elsaß gab es - namentlich in der Nähe des Odilienberges - diese Mysterien. Hatte sich einmal die Form Tronje statt Troja (Troje) festgesetzt, was konnte näher liegen als an den Ort Tränheim zu denken, der von fern an die rezipierte Namensform anklang? Nur die Erinnerung an Hagens Existenz hat sich erhalten. Alles was das Nibelungenlied oder das Waltharilied von Hagen erzählen, scheint für diese Gegend wie versunken und verklungen zu sein.


DER KÖNIG DAGOBERT UND NEU-TROJA

(Stöber II,80S65)

   Nach König Lothars Tode folgte ihm sein Sohn Dagebrecht oder Dagobert der Große, ein gewaltiger König über die Lande Burgund, Austrasien und Frankreich (Francia occidentalis, Neustria). S20

   Dieser Dagobert war ein <<furchtsamer>> d.i. furchtbarer, mächtiger König, und machte guten Frieden in allen Landen. Er bezwang die Sahssen (Sachsen) und tötete alle Knaben, die länger als sein Schwert.

   Dagobert wohnete viel in deutschen Landen und allermeist im Elsaß, zu Rufach, in einer Feste, genannt Isenburg.

   Zu Kirchheim, bei Marlei (Marlenheim) baute er aber eine schöne Burg, die nannte er Neu-Troja, die sollte so fest und gewaltig werden, als vordem Troja war, aus welcher die Sage nicht nur sein königlich Geschlecht, sondern auch das Volk der Franken herleitet.

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