Anthroposophie        =           Dreigliederung
Impuls - Reaktion - Inkarnation   1919 - 1969 - 2019    Geschichte - Quellen - Material

- Geschichtsphilosophie, Zeitgeschehen und Selbsterfahrenes -
Aus dem Rückblick hat sich ergeben, daß die Inhalte symbolisch dargestellt werden können mit dem
Dreieck + Sechsstern
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Zum Dreieck:
Auge Gottes, Trinität
Gleichgewicht der Seelenkräfte Denken, Fühlen + Wollen, Sinn der Erdentwicklung
Tripelspirale in Newgrange/Irland
Zum Sechsstern:
(zwei Dreiecke ineinander):
A + O - Alpha + Omega, Anfang + Ende, Vergangenheit + Zukunft
Flagge und Symbol des jüdischen Volkes - Davidstern + Salomosiegel
Johannes der Täufer + Jesus Christus
Involution + Evolution
Individualität + Gattung (Kollektivität)
Feuer + Wasser (rosenkreuzerisch)
Freiheit + Notwendigkeit
Mikrokosmos + Makrokosmos
Michaeliten + Urieliten
Radioaktivität (im 6-Stern enthalten)
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Musikalisches zu aktuellem Thema:



An alle, die Grundlegendes zur Anthroposophie Rudolf Steiners kennenlernen wollen, hier weiteres:
Rudolf Steiner: Inneres Wesen des Menschen
In einer Zeit, wo kompendiale Darstellungen der Anthroposophie digital en masse zur Verfügung stehen, sowohl befürwortend als auch ablehnend, möchte ich hier persönlich Erarbeitetes darstellen. Neue Paradigmen braucht es - ganz klar -, aber das Neue sollte sich auch in der Liebe zur Sache u n d zum Menschen darstellen, nicht im dogmatischen Anspruch. Daß dennoch viele Perlen an oft nicht mehr erhältlichem Arbeitsmaterial hier mitgeliefert werden, möchte nur als Anregung dienen.

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"Ihr seid das Salz der Erde"
Anthroposophisches zur Zeitlage
Die Apostel - allesamt Juden - wurden zur Mission beauftragt von dem, der am Jordan vom Täufer als der erwartete Messias erkannt wurde. Und über Paulus, der zudem römischer Bürger war, wurde das mächtige Rom zum Zentrum der Christenheit. Um weltliche Macht kann es dieser aber nicht gehen, denn: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" - in Wolkenkuckucksheim ist es aber auch nicht, schließlich ist es die Erde, mit der sich der Sonnengeist verbunden hat, um sie nach der Mitte der Zeiten neu zu impulsieren.
Juden, die in Jesus von Nazareth nicht den ersehnten Messias sehen konnten, wurden deswegen in vielen christianisierten Ländern gemobbt. Und da die Bindung an 'Blut und Boden' den Geist im Bruder anderer Geburt verleugnet, kam es zu den Greueln der Shoah. Das stärkte den Impuls des Zionismus, es gibt aber auch Juden, die einem eigenen Staat nur ein Existenzrecht einräumen, wenn sie ihre 'Meschiach'-Erwartung erfüllt sehen. Das nun wiederum lockt das Auftreten falscher Messiasse an, und statt Frieden droht der Krieg Aller gegen Alle - Machthungrigen ist Jesus von Nazareth nur ein Weichei. Der meinte mit dem Tempel, den er in drei Tagen wiederaufbauen werde, kein Bauwerk, sondern das göttliche Urbild des Menschenleibes. Der Tempelspruch 'Erkenne Dich selbst' ist der Wegweiser zu dieser 'Wiederauferstehung'.
Die Menschheitsgeschichte begann mit einer Verheißung: "Ihr werdet sein wie Götter und unterscheiden Gut und Böse". Das war aber die Sprache des Versuchers - Ende Gelände, zumindest des paradiesischen.
Anders in der Postmoderne: "Ihr seid wie Tiere und könnt nicht unterscheiden zwischen Gut und Böse" (Steiner 6.4.1914). So spricht es nicht mehr vom Baum der Erkenntnis, es spricht aus den Tiefen unter dem Baum des Lebens der seelenlose Drache - aus dem Dunkel der Triebnatur. Das mündet in Sozialdarwinismus und wiederum droht Ende Gelände, diesmal der Humanität auf Erden.
Rudolf Steiner benennt diese Wesen, die nur ihre eigenen Ziele verfolgen, mit altbekannten Namen: Luzifer und Ahriman. Sie wollen die Schöpfungswege abbiegen, die selbstlose Liebe des Christus ist ihnen fremd. Weisheit und Macht allein interessiert sie, ihre Mittel sind Ideologie und Despotie.
Hinter uns liegt das 'finstere Zeitalter' (3100vC~1900nC). Der Ertrag des von göttlicher Führung weitgehend freien Zeitalters ist aber der selbstbestimmte Mensch. Vor uns liegt die apokalyptische Scheidung der Geister - ein spirituelles Aufwärts und ein materialistisches Abwärts. Die Entscheidung fällt aber nicht im augustinischen Kampf der 'Civitas terrena' mit der 'Civitas Dei', des weltlichen mit dem Gottesstaat - beide bezeichnen nur Abwege.
Und der Mittelweg? Welche soziale Verfassung tut not für ein gedeihliches Miteinander? Wie wenn in einem Land nur noch eine bestimmte Sorte von Getreide angebaut werden darf, mutet es an, wenn ein Staat nur eine Religion erlaubt. Religionen gedeihen auf anderem Boden als Getreide, aber in einem gemeinsamen Staat. Und Wirtschafts- und Kulturräume sind im globalen Zeitalter nicht kongruent mit dem Staatsgebiet, sie sind beide grenzübergreifend. 'Dreigliederung' nennt Steiner daher das, was nottut und Frieden ermöglicht - Freiheit für Religion und Kultur, solidarisches Wirtschaften und gleiches Recht für alle. Und damit etwas "gut werde", will es lebendig im Geiste vorgebildet sein. Das ist Pfingststimmung, der Grundstein der Erneuerung. Die Menschen verschiedensten Zungenschlags können sich darin verstehen - falsche Zungen werden durchschaut. Da passt der Klesmertanz auf dem Bandoneon mit seinen Stimmzungen - Musik spricht die Sprache aller Zungen! (demnächst)

  • Fazit: Der Christusimpuls ist für alle da und überall zu finden - wie das Salz der Erde. E i n e Menschheit ist das Ziel. Paracelsus hat Sal, Mercur und Sulfur als dreigliedrigen Prozess therapeutisch verstanden. Wenn eines der Elemente dominiert oder zusammenklumpt, entsteht Krankheit - auch im Sozialen. Der Christusimpuls ist die Mitte und das Maß. (Literaturangaben auf Anfrage)

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 Wir schauen auf den epischen Charakter der Vorgeschichte zurück, die Tragik der Geschichte wird wohl auch erst im Nachhinein verstanden werden, es sei denn, der Goethesche Begriff der Antizipation - der Vorschau - wird zuhilfegenommen.

   Und das ist auch die Aufgabe und Möglichkeit - in dem Mittelpunkt der Erdentwicklung spiegelt sich Vergangenheit und Zukunft. "Ich bin das A und O" - Alpha und Omega, Anfang und Ende. Und es darf hinzugefügt werden: Wissenschaft ist nicht nur auf dem Gebiet der Natur möglich. Ihr originäres Feld ist der Geist. Expertokratie zersplittert diesen in 'Fächer' jeglicher Couleur - reale interdisziplinäre Forschung ist erst mit echter Geisteswissenschaft möglich, die die sicheren Methoden der Wissenschaft nicht erst auf dem Umweg naturwissenschaftlicher Maximen anwendet. Rudolf Steiner begründete die Anthroposophie, damit Esoterik mit Wissenschaft vereinbar ist, was bis zu seiner Zeit und auch heute noch oft nicht der Fall ist.


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Résumee eines 68ers:
Die folgende Einleitung mutet an wie aus einem abgelaufenen Jahrhundert. Und das ist sie auch. War der "68er" beruhigt und hoffnungsfroh ob der Entspannung zwischen Ost und West, die hauptsächlich einem zu verdanken war: Michail Gorbatschow, so ist er heute aufgeschreckt ob der unverhohlenen weltweiten Rückkehr zu Populismus und Nationalismus. Erschreckend neu ist aber die offene Einmischung derer, die infolge der digitalen Handhabung des Kapitalmarktes eine gigantische Anhäufung ihres Vermögens zustandegebracht haben. Bei seiner Abschiedsrede hat der scheidende US-Präsident Joe Biden davor gewarnt, daß dadurch die Demokratie gefährdet ist. Damit hat er eigentlich eine Gliederung der Gesellschaft gefordert: Drei Bereiche - Kultur, Staat und Wirtschaft - abgegrenzt, aber miteinander kooperierend. Rudolf Steiner hat als Erster gezeigt, daß Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sich nur widersprechen, wenn sie ungegliedert im Einheitsstaat verknäueln.

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Ein Sinn für Wandlungen konstatiert: Unsere soziale Verfassung differenziert sich - Forschung liberalisiert sich, Recht emanzipiert sich und Wirtschaft vernetzt sich. D.h. Kulturschaffende befreien sich von Zwängen, Richter verwahren sich vor Korrumpierung und Wirtschaft optimiert sich in Zusammenarbeit. Als "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" sind diese Prinzipien seit 1789 bekannt, 1919 verortet sie Rudolf Steiner für eine Konstitution der "sozialen Dreigliederung" in freies Geistesleben, demokratisches Rechtsleben und genossenschaftliches Wirtschaften. 1968 entsteht die Forderung, die Gesellschaft zu "entfilzen". Und im Zuge der Globalisierung wird von Produktion, Handel und Konsum mehr und mehr die nationale Grenzen sprengende Kraft des Wirtschaftens Realität. Nur eine rückwärtsgewandte Haltung zementiert die einheitsstaatlichen Verfassungen der Staaten, wo doch längst die Gliederung in den Tatsachen ein Umdenken fordert. Zu gewohnt sind wir, daß in unserem Einheitsstaat die Funktionen verfilzt sind und in unsozialer, kränkender Art durcheinandergewirbelt werden. Die Wirtschaftslobby korrumpiert den Rechtsstaat - die Lobbyregister sind zwar angemahnt, werden aber nicht erstellt. Am 23.4.20 geisselte Anton Hofreiter im Bundestag in der Debatte um die Corona-Pandemie das Recht des Stärkeren als eine vulgäre Form der Freiheit - ein treffender Ausdruck für die Lage, in der die ganze Nation sich befindet! Das "Recht des Stärkeren" sollte aber allgemein in den Demokratien überwunden werden - ein "Runder Tisch" und eine direkte Verfassung der Demokratie ist dazu in der Lage! Wir sind zu Recht stolz auf diese, an deren Leitbild aber noch viel zu tun ist!

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Zündende Funken und befriedende Perspektiven erwartet man im neuen Jahrtausend nicht mehr von Philosophen, die in Talkshows, Interviews und Essays nur noch belanglos herumgereicht werden. "Great again" hat Konjunktur, egomane Macher gießen Öl ins Feuer, statt streitende Parteien zu befrieden. Sie dämpfen zu wollen, ist aussichtslos. Sie sind der "Dritte, der sich freut, wenn zwei sich streiten". Einen Dritten braucht es aber auch für eine konstruktive Befriedung - Streitlust oder Resignation allein helfen nicht weiter, sowenig wie Hegemoniestreben und Isolationismus. Dieser Dritte ist konfliktfähig (Friedrich Glasl), er geht aktiv auf die Probleme zu, zwischen Teufel und Belzebub vermittelnd. Die Konfessionen könnten die Situation outen, wenn sie ihre Augenbinden ablegen würden. Die Gegensätze faßte Rudolf Steiner in ein kosmisches Bild und schuf die Holzplastik des "Menschheitsrepräsentanten" - der zwischen den Menschheitswidersachern vermittelt. Im "Goetheanum" in Dornach/Schweiz ist sie zu besichtigen. Sie repräsentiert die "Ur-Dreigliederung", um die es geht.
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Vermittelnde Aufgaben wies schon Wilhelm von Humboldt 1792 staatlicher Vollmacht zu, zwischen kultureller und wirtschaftlicher Produktivität. Aber er begrenzt sie auch, die auf Kultur und Wirtschaft übergreifend und reformierend nur Symptome kuriert und neue Strukturen erst gar nicht sucht - zu verheißungsvoll winken die alten Pfründe. Eine Revolution wie 1968 bringt einen Entwicklungsschub und öffnet frischer Luft die Fenster, wie Papst Benedikt am 22.9.11 anerkennend den "Grünen" zusprach. Revolutionen erreichen aber eher das Gegenteil, denn das Feuer der Begeisterung erstickt im Strom der Geschichte allzuschnell. "Und es wallet und brauset und siedet und zischt, wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt", so Schiller angesichts der Französischen Revolution. Und: "Gefährlich ist's, den Leu zu wecken..." Er wußte: Organische Entwicklung braucht Zeit und darf nicht von Machern überhitzt oder durch Apparate verwässert werden. Wie Freiheit und Sozialismus walten können, ohne unter das Diktum der Ausschließlichkeit zu fallen, hat Rudolf Steiner 1919 erschlossen in "Kernpunkte der sozialen Frage in den Notwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft". Neue soziale Paradigmen zu denken, braucht ein Menschenleben, ein weiteres, um im Gefühl anzukommen - und noch ein weiteres, um Realität zu werden. Und so darf konstatiert werden, daß heute nach 3 x 33 Jahren vieles von Steiners konstruktiven Anregungen Wirklichkeit geworden ist. Es droht aber auch eine Kettenreaktion destruktiver sozialer Spaltung in einem Kampf Aller gegen Alle. Dieser hat gleich einem Tsunami weite Gebiete des sozialen Lebens überflutet. Und in dieser Lage ist eine Pandemie, wie sie z.B. der Coronavirus ausgelöst hat, bedrohlich für alle weitere Entwicklung. Denn sie führt zu weiteren nationalen Abschottungen und kulturellen und wirtschaftlichen Einbrüchen. Auch der Überwachungsstaat, vor dem Joseph Weizenbaum 1984 anläßlich des Huxley-Jahres gewarnt hat, kommt durch so etwas wie die "Corona-App" womöglich mit hoher Akzeptanz in unsere Lande. Nur besonnenes und im sozialen Leben angewandtes ganzheitliches Denken und Handeln kann Schlimmeres noch verhindern.
- Einblicke und Durchblicke in das Leben des Einzelnen, der Gemeinschaftsformen und der Gesellschaft im Ganzen und Grundlagen und Arbeitsmaterial hierfür möchten diese Seiten konstruktiv zu sozialen Bemühungen beitragen -
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