Anthroposophie        =           Dreigliederung
Impuls - Reaktion - Inkarnation   1919 - 1969 - 2019    Geschichte - Quellen - Material

- Geschichtsphilosophie, Zeitgeschehen und Selbsterfahrenes -
Aus dem Rückblick hat sich ergeben, daß die folgenden Inhalte weitgehend symbolisch dargestellt werden können mit dem
Dreieck + Sechsstern
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Zum Dreieck:
Auge Gottes, Trinität
Gleichgewicht der Seelenkräfte Denken, Fühlen + Wollen, Sinn der Erdentwicklung
Tripelspirale in Newgrange/Irland
Zum Sechsstern:
(zwei Dreiecke ineinander):
A + O - Alpha + Omega, Anfang + Ende, Vergangenheit + Zukunft
Flagge und Symbol des jüdischen Volkes - Davidstern + Salomosiegel
Johannes der Täufer + Jesus Christus
Involution + Evolution
Individualität + Gattung (Kollektivität)
Feuer + Wasser (rosenkreuzerisch)
Freiheit + Notwendigkeit
Mikrokosmos + Makrokosmos
Michaeliten + Urieliten
Radioaktivität (im 6-Stern enthalten)

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Vorab etwas biographisch Erfahrenes:


Ein Motto im Rosenkreuzertum: "Licht strömt aufwärts - Schwere lastet abwärts"
Das war Arbeitsgrundlage der Schauspiellehrerin Gertrud Schneider - eine Art Gestalttherapie. Die beiden Dreiecke des Sechsecks werden als wirkende Kräfte in der Gestalt des Menschen imaginiert und dabei je nach unten und nach oben verlagert. Es entsteht in der Mitte - in der Höhe des Sonnengeflechts - eine Raute, ein neutrales Kräfteverhältnis, eine Mitte, in der der Schauspieler sich bei aller Aktivität in Ruhe halten und aus ihr agieren kann: Erst in der Ruhe liegt die Kraft. Diese Mitte fehlt, wenn - wie in dem Schema - die beiden Dreiecke getrennt sind. Denn es sind polare Kräfteströmungen - werden sie nicht aus der Mitte zusammengehalten, entsteht eine Zweiheit durch Spaltung, Persönlichkeitsspaltung beim einzelnen Menschen, im sozialen Raum das Auseinanderdriften der Bereiche Kultur und Wirtschaft. Die Mitte, das Rechtsleben, ist zu schwach und es werden quasi nicht die Farben, die im Zusammenwirken entstehen können, erlebbar - es waltet einerseits Licht im Wolkenkuckucksheim eines abgehobenen Kulturbetriebs, Finsternis andererseits im zwanghaften materiellen Produzieren und Verbrauchen - freies Menschsein in einer freien Welt ist das nicht, was dabei entsteht und sich derzeit auslebt in aller Verfremdung gesunden Menschenverstandes. Und so wie einzelne Menschen als Repräsentanten stehen können für den Gleichgewichtszustand oder dessen Verfehlung nach der einen oder anderen Seite, so kann man für die gesamte Menschheitsentwicklung in dem Christus den Repräsentanten für die gesunde Mitte sehen, und sich bewußt werden, daß es abirrende Entwicklungen gibt, die wiederum von konkreten geistigen Wesen vollzogen werden, die von Rudolf Steiner mit den altbekannten Namen Luzifer und Ahriman belegt werden. Es gilt, deren Abdriften in gesunde Bahnen zu lenken und sie in ihrem förderlichen Wirken zu halten.
Ein Schauspieler versetzt sich in einen anderen Menschen und verkörpert dessen Gestalt, er stellt gleichsam sich selber als Werkzeug zur Verfügung. Eine geisteswissenschaftliche Einordnung dieses Vorgangs findet sich bei Rudolf Steiner, Inneres Wesen des Menschen. Da wird deutlich, daß die erforderliche Intuition - die reale Kraft der Einfühlung - auf den Erkenntnisstufen von Inspiration und Imagination aufbaut. Diese sind auch der Gegenstand der 'Freien Hochschule für Geisteswissenschaft'. Alle Erkenntnisstufen zusammen bilden das Entwicklungsziel der Menschheit, und es kann deutlich werden, welche hohe Verantwortlichkeit auch einem Schauspiellehrer zukommt. Ein Vergleich kann das verdeutlichen: Ein Werkzeug wird nicht um seiner selbst geschaffen, um ein Grandioses, Perfektes darzustellen, sondern um anderes zu bearbeiten. "Nicht Ich - der Christus in mir" ist das Leitmotiv. Wer eitel und ehrgeizig nur sich selbst darstellen will, erlangt nicht die soziale Kompetenz, die im Zusammenarbeiten anderen einen Raum schafft, in dem sie zur Erscheinung kommen können - er wirkt exklusiv, nicht inklusiv; "Ego first" ist ja nun einmal eine neuzeitlich grassierende (un)soziale Grundhaltung. Und wird der Egoismus im Handeln verdeckt mit idealistischem Denken - gepaart mit enthusiastischem Fühlen, dann wird das Ganze umso verlogener und brutaler, je edler die Motive formuliert werden. Es ist die vorgetäuschte Empathie der Circe, die ihre Bewunderer in Schweine verwandelt. Und wirkt untergründig der Frust über fehlende Anerkennung und künstlerische Unproduktivität, dann entsteht eine unheilvolle Mischung aus Anspruch und savonarolischer Fallbeilmentalität - immer die Anderen sind schuld am eigenen Mißerfolg. Der Gegensatz von Anspruch und Wirklichkeit, von Theorie und Praxis kann verstanden werden, wenn man Steiners 'Soziale Grundforderung' studiert (GA186). Man sollte aber nicht stehenbleiben bei den Vorträgen, die die Diagnose behandeln, sondern fortschreiten zu denen über die Therapie des sozialen Lebens. Frau Schneider wies immer wieder auf das sozial und künstlerisch fruchtbare Wirken selbstloser und bescheidener Naturen hin, die ein 'Stück' erst gelingen lassen. Menschheitlich ist es der 'Goldene Schnitt', die harmonische Ausgeglichenheit der Seelenkräfte Denken, Fühlen und Wollen - auf Rudolf Steiners anthroposophischem Schulungsweg mittels lapidar benannter 'Nebenübungen' zu erlangen - Zukunftsmusik, die erst erklingen wird, wenn auch Harmonie zwischen Individuum und Gemeinschaft in der Gesellschaft insgesamt walten wird - Modelleinrichtungen können nicht leisten, was das soziale Ganze braucht. Der 'Eherne Guß' ist nicht nur schon beim Tempelbau Salomos mißlungen, mißgünstige Gesellen sind auch heute dabei, das Werk des 'Meisters' zu stören. - 
Frank Teichmann im 'Anthroposophischen Studienseminar' https://https://www.geistesleben.de/Autoren/Frank-Teichmann.html, zielte vor allem auf die Inspiration hin - auf die Gestik der Welterscheinungen. Er hat die symbolische Bedeutung des Dreiecks, seine mystische vorgeschichtliche Zeichenhaftigkeit zum Gegenstand exoterischer u n d esoterischer Forschung gemacht - an den ägyptischen Pyramiden.
Seinem Antipoden in der anthroposophischen Landesgesellschaft Stuttgart, Heten Wilkens, war das Thema 'Individualität und Menschheit' ein Herzensanliegen. Er zeigte auf, wie von innen heraus die menschliche Gesellschaft erneuert wird - aus dem zentralen Kern, dem Geistesleben. Und er schuf zusammen mit dem begnadeten Künstler Walther Roggenkamp ein inspiriertes Denk- und Bildmal zu Goethes Faust.
Aus einer soziologischen Philosophie zeigte Diether Lauenstein die Entwicklung zu einer dreigegliederten Gesellschaft - ganz ohne sich dabei auf Rudolf Steiner zu berufen. Da wird deutlich, daß die 'Dreigliederung' keine Erfindung Steiners ist, sondern ganz aus der Entwicklung der menschlichen Sozietät der Neuzeit abgelesen.
Und schließlich Hans Erhard Lauer, der anthroposophische Geschichtswissenschaftler und Schüler Rudolf Steiners, hat geschichtsphilosophische Strukturen erforscht Dr. Hans Erhard Lauer. Bei den Tagungen im 'Internationalen Kulturzentrum Achberg' - INKA - hat er vor den Prager Reformern 1970 und zahlreichen Koryphäen der anthroposophischen Dreigliederungsbewegung, darunter auch Joseph Beuys, eine umfassende Imagination der Sozialgeschichte der menschlichen Gesellschaft als Ausgangspunkt einer sozialen Neugestaltung vermittelt.

Vor allem gilt - auch in Wissenschaft, Kunst und sozialem Leben: ein Schritt nach dem anderen! Oder mit Goethe gesprochen:
"Wer Wissenschaft und Kunst hat, der hat auch Religion - Wer beides nicht hat, der habe Religion"

Schema aus Fred Poeppig: Zeichen und Symbole der Rosenkreuzer,  Poeppig - Ursymbole II

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Musikalisches zu aktuellem Thema:

Wir schauen auf den epischen Charakter der Vorgeschichte zurück, die Tragik der Geschichte wird wohl auch erst im Nachhinein verstanden werden, es sei denn, der Goethesche Begriff der Antizipation - der Vorschau - wird zuhilfegenommen.
Und das ist auch die Aufgabe und Möglichkeit - in dem Mittelpunkt der Erdentwicklung spiegelt sich Vergangenheit und Zukunft. "Ich bin das A und O" - Alpha und Omega, Anfang und Ende. Und es darf hinzugefügt werden: Wissenschaft ist nicht nur auf dem Gebiet der Natur möglich. Ihr originäres Feld ist der Geist. Expertokratie zersplittert diesen in 'Fächer' jeglicher Couleur - reale interdisziplinäre Forschung ist erst mit echter Geisteswissenschaft möglich, die die sicheren Methoden der Wissenschaft nicht erst auf dem Umweg naturwissenschaftlicher Maximen anwendet. Rudolf Steiner begründete die Anthroposophie, damit Esoterik mit Wissenschaft vereinbar ist, was bis zu seiner Zeit und auch heute noch oft nicht der Fall ist.

An alle, die Grundlegendes zur Anthroposophie Rudolf Steiners kennenlernen wollen, hier weiteres:
Rudolf Steiner: Inneres Wesen des Menschen
In einer Zeit, wo kompendiale Darstellungen der Anthroposophie digital en masse zur Verfügung stehen, sowohl befürwortend als auch ablehnend, möchte ich hier persönlich Erarbeitetes darstellen. Neue Paradigmen braucht es - ganz klar -, aber das Neue sollte sich auch in der Liebe zur Sache u n d zum Menschen darstellen, nicht im dogmatischen Anspruch. Daß dennoch viele Perlen an oft nicht mehr erhältlichem Arbeitsmaterial hier mitgeliefert werden, möchte nur als Anregung dienen.

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'Odessa Bulgarish'

zu Pfingsten

 ein jiddischer Tanz, nicht im Contest, dafür im Kontext anthroposophischer Geschichtsphilosophie (demnächst hier) - aus den Werken von Emil Bock, Hans Erhard Lauer und Rudolf Steiner.

Der Christus beauftragte die Apostel - allesamt Juden - zur Mission, und das mächtige Rom wurde durch Paulus zum Zentrum der Christen, denen es aber um weltliche Macht nicht gehen kann, denn: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". In Wolkenkuckucksheim ist es aber auch nicht, schließlich ist es die Erde, mit der sich der Sonnengeist verbunden hat, um sie nach der Mitte der Zeiten neu zu impulsieren.
   Juden, die in Jesus von Nazareth nicht den ersehnten Messias, den göttlichen Helfer in einer niedergehenden Welt sehen konnten, wurden in vielen christianisierten Ländern gemobbt. Und auch, weil die Bindung an Blut und Boden den Geist im Menschen anderer Geburt verleugnet, kam es zu den Gräueln der Shoah, was letztlich den Impuls des Zionismus verstärkte. Es gibt aber auch Juden, die ihrerseits einem eigenen Staat nur ein Existenzrecht einräumen, wenn sie ihre Erwartung des 'Meschiach' erfüllt sehen können. Das wiederum beschwört das Auftreten falscher Messiasse, statt Frieden Krieg - den Machthungrigen ist der gewaltfreie Jesus von Nazareth nur ein Weichei. Pilatus, der Vertreter der Weltmacht Rom, ahnte dennoch ein Urbild: "Ecce homo". Der Nazarener meinte mit dem Tempel, den er in dreien Tagen wieder aufbauen werde, aber kein Bauwerk, sondern das Urbild des Menschen. Und wenn etwas fehlt heute, dann sind es Urbilder. Pilatus würde heute eher die Pharisäer selbst befragen: "Quo vadis?" - auf Deutsch: Geht's noch?
   Dabei begann alles so verheißungsvoll: "Ihr werdet sein wie Götter und unterscheiden Gut und Böse". Das war aber die Sprache des Versuchers - Ende Gelände, zumindest des paradiesischen.
   Anders in der Postmoderne: "Ihr seid wie Tiere und könnt nicht unterscheiden zwischen Gut und Böse" (s.Steiner 6.4.1914). Da tönt es nicht mehr vom Baum der Erkenntnis, sondern aus den Tiefen unter dem Baum des Lebens. Dort haust der seelenlose Drache im Dunkel der Triebnatur - seine Inspiration ist der Sozialdarwinismus. Und wiederum droht Ende Gelände, diesmal der Humanität auf Erden.
   Rudolf Steiner benennt diese Wesen, die nur ihre eigenen Ziele verfolgen, mit altbekannten Namen: Luzifer und Ahriman. Sie wollen die Schöpfungswege abbiegen, das selbstlose Wesen des Christus ist ihnen fremd. Weisheit und Macht allein interessiert sie, ihre Mittel sind Ideologie und Despotie. Der Theologe Scotus Erigena sprach von der gottentblößten Werkwelt als der letzten Stufe der Schöpfung, davor offenbarte sich das göttliche Wesen noch in seiner Wirksamkeit. Und es führt nicht mehr zu ihm, am Offenbarungsglauben noch heute festzuhalten, sondern zu seinen eigenwilligen Gegenspielern.
   Hinter uns liegt nun das 'finstere Zeitalter' (3100vC~1900nC). Aber der Ertrag dieses von göttlicher Führung freiwerdenden Zeitalters ist der selbstbestimmte Mensch. Und vor uns liegt die apokalyptische Scheidung der Geister - ein spirituelles Aufwärts und ein materielles Abwärts. "Wer nicht hören will, muß fühlen" - das klingt nach Leiden. Seit Einer solches schon - mitleidend - durchgestanden  hat, ist das aber kein Todesurteil mehr. Eine Entscheidung fällt aber auch nicht im augustinischen Kampf des weltlichen mit dem Gottesstaat, den manche schon begonnen sehen.
   Wir können uns - noch - für ein gedeihliches Miteinander entscheiden! Was hindert uns denn daran? Wie wenn in einem Land nur noch eine bestimmte Sorte von Getreide angebaut werden dürfe, mutet es an, wenn ein Staat nur eine Religion favorisiert. Da müsste sich Haferistan von Weizenien und Gerstia für seine Identität abgrenzen. So ist auch die 'Mehrstaatenlösung' keine Lösung, sondern ein fragwürdiges Gebilde. Religionen gedeihen zwar auf anderem Boden als Getreide, aber beide in einem gemeinsamen Staat. Wirtschafts- und Kulturraum decken sich im globalen Zeitalter nicht mehr mit dem Staatsgebiet, sie sind grenzübergreifend - es geht um ein In- und Miteinander.
   'Dreigliederung' nennt Steiner daher das, was nottut und was Frieden ermöglicht - Freiheit für Religion und Kultur, solidarisches Wirtschaften und gleiches Recht für alle auf gemeinsamem Staatsgebiet. Das ist die 'New Order' im Sinne des Zeitgeistes! Und in den 'Internationalen Beziehungen' ist im Zeitalter der Globalisierung das Feld der Christianisierung zu sehen, denn da geht es noch sehr heidnisch zu (Steiner, Kernpunkte).
   Damit etwas "gut werde", will es in unserer Zeit von Menschen lebendig im Geiste vorgebildet und herzlich ergriffen sein. Das ist Pfingsten - der Grundstein der Erneuerung. Die Menschen verschiedensten Zungenschlags können sich darin verstehen - falsche Zungen werden erkannt.
   Der 'Zeitgeist' - das kann als ein Wesen verstanden werden, griechisch Archai, es beinhaltet Urbilder u n d Urkräfte, ein Engelwesen, das Epochen prägt. Der Erzengel Michael, hebräisch: "Wer ist wie Gott?" ist einer der mächtigsten Engel in den abrahamitischen Religionen. Er gilt als der Anführer der himmlischen Heerscharen, der Beschützer gegen das Böse und als Seelenbegleiter (so weiß sogar die KI-Auskunft zu sagen). Nach Steiner ist er hierarchisch aufgestiegen zum Archai. Seine Domäne ist die Dreiheit - die Treue zur Trinität. In der christlichen und esoterischen Tradition wird er auch als "Antlitz Gottes" oder als Spiegel der göttlichen Gegenwart verstanden. Dagegen spiegelt uns sein Gegenspieler, der materialistische Zeitgeist - der alte Drache - vor: "Gott ist tot", von Auferstehung kann und will er nichts wissen. Anders der einstige Christenverfolger Saulus, wohlgemerkt ein Jude: "Wäre Christus nicht auferstanden, wäre unser Glaube nichtig". Zum Paulus geworden, war ihm das keine Theorie.
   Fazit: Der Christus ist für alle da und überall zu finden wie das Salz der Erde, als das er die Apostel bezeichnete, die in pfingstlichem Geiste wirkten. Urbildlich ist damit dem jüdischen Volk eine kosmopolitische Aufgabe gestellt. Eine geeinte Menschheit ist das Ziel. Paracelsus hat Sal, Mercur und Sulfur als dreigliedrigen Prozess therapeutisch verstanden. Klumpt eines der Elemente zusammen, entsteht auch im sozialen Organismus Krankheit. (Literaturhinweise auf Anfrage)
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Dazu, gerade angesichts des heutigen fragwürdigen Geschehens der Klesmertanz auf Bandoneon (Demnächst in diesem Theater). Das ist ein Stimmzungeninstrument - gerade Musik spricht die Sprache aller Zungen! Durch das Gebot des Alten Testaments, von der Gottheit kein Bildnis zu machen, verlagerte sich im Jüdischen das Künstlerische auf die Musik, daher wohl auch ihr Zauber, sie bringt einen Aufstieg von der Imagination zur Inspiration mit sich.
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Résumee eines 68ers:
Die folgende Einleitung mutet an wie aus einem abgelaufenen Jahrhundert. Und das ist sie auch. War der "68er" beruhigt und hoffnungsfroh ob der Entspannung zwischen Ost und West, die hauptsächlich einem zu verdanken war: Michail Gorbatschow, so ist er heute aufgeschreckt ob der unverhohlenen weltweiten Rückkehr zu Populismus und Nationalismus. Erschreckend neu ist aber die offene Einmischung derer, die infolge der digitalen Handhabung des Kapitalmarktes eine gigantische Anhäufung ihres Vermögens zustandegebracht haben. Bei seiner Abschiedsrede hat der scheidende US-Präsident Joe Biden davor gewarnt, daß dadurch die Demokratie gefährdet ist. Damit hat er eigentlich eine Gliederung der Gesellschaft gefordert: Drei Bereiche - Kultur, Staat und Wirtschaft - abgegrenzt, aber miteinander kooperierend. Rudolf Steiner hat als Erster gezeigt, daß Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sich nur widersprechen, wenn sie ungegliedert im Einheitsstaat verknäueln.

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Ein Sinn für Wandlungen konstatiert: Unsere soziale Verfassung differenziert sich - Forschung liberalisiert sich, Recht emanzipiert sich und Wirtschaft vernetzt sich. D.h. Kulturschaffende befreien sich von Zwängen, Richter verwahren sich vor Korrumpierung und Wirtschaft optimiert sich in Zusammenarbeit. Als "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" sind diese Prinzipien seit 1789 bekannt, 1919 verortet sie Rudolf Steiner für eine Konstitution der "sozialen Dreigliederung" in freies Geistesleben, demokratisches Rechtsleben und genossenschaftliches Wirtschaften. 1968 entsteht die Forderung, die Gesellschaft zu "entfilzen". Und im Zuge der Globalisierung wird von Produktion, Handel und Konsum mehr und mehr die nationale Grenzen sprengende Kraft des Wirtschaftens Realität. Nur eine rückwärtsgewandte Haltung zementiert die einheitsstaatlichen Verfassungen der Staaten, wo doch längst die Gliederung in den Tatsachen ein Umdenken fordert. Zu gewohnt sind wir, daß in unserem Einheitsstaat die Funktionen verfilzt sind und in unsozialer, kränkender Art durcheinandergewirbelt werden. Die Wirtschaftslobby korrumpiert den Rechtsstaat - die Lobbyregister sind zwar angemahnt, werden aber nicht erstellt. Am 23.4.20 geisselte Anton Hofreiter im Bundestag in der Debatte um die Corona-Pandemie das Recht des Stärkeren als eine vulgäre Form der Freiheit - ein treffender Ausdruck für die Lage, in der die ganze Nation sich befindet! Das "Recht des Stärkeren" sollte aber allgemein in den Demokratien überwunden werden - ein "Runder Tisch" und eine direkte Verfassung der Demokratie ist dazu in der Lage! Wir sind zu Recht stolz auf diese, an deren Leitbild aber noch viel zu tun ist!

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Zündende Funken und befriedende Perspektiven erwartet man im neuen Jahrtausend nicht mehr von Philosophen, die in Talkshows, Interviews und Essays nur noch belanglos herumgereicht werden. "Great again" hat Konjunktur, egomane Macher gießen Öl ins Feuer, statt streitende Parteien zu befrieden. Sie dämpfen zu wollen, ist aussichtslos. Sie sind der "Dritte, der sich freut, wenn zwei sich streiten". Einen Dritten braucht es aber auch für eine konstruktive Befriedung - Streitlust oder Resignation allein helfen nicht weiter, sowenig wie Hegemoniestreben und Isolationismus. Dieser Dritte ist konfliktfähig (Friedrich Glasl), er geht aktiv auf die Probleme zu, zwischen Teufel und Belzebub vermittelnd. Die Konfessionen könnten die Situation outen, wenn sie ihre Augenbinden ablegen würden. Die Gegensätze faßte Rudolf Steiner in ein kosmisches Bild und schuf die Holzplastik des "Menschheitsrepräsentanten" - der zwischen den Menschheitswidersachern vermittelt. Im "Goetheanum" in Dornach/Schweiz ist sie zu besichtigen. Sie repräsentiert die "Ur-Dreigliederung", um die es geht.
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Vermittelnde Aufgaben wies schon Wilhelm von Humboldt 1792 staatlicher Vollmacht zu, zwischen kultureller und wirtschaftlicher Produktivität. Aber er begrenzt sie auch, die auf Kultur und Wirtschaft übergreifend und reformierend nur Symptome kuriert und neue Strukturen erst gar nicht sucht - zu verheißungsvoll winken die alten Pfründe. Eine Revolution wie 1968 bringt einen Entwicklungsschub und öffnet frischer Luft die Fenster, wie Papst Benedikt am 22.9.11 anerkennend den "Grünen" zusprach. Revolutionen erreichen aber eher das Gegenteil, denn das Feuer der Begeisterung erstickt im Strom der Geschichte allzuschnell. "Und es wallet und brauset und siedet und zischt, wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt", so Schiller angesichts der Französischen Revolution. Und: "Gefährlich ist's, den Leu zu wecken..." Er wußte: Organische Entwicklung braucht Zeit und darf nicht von Machern überhitzt oder durch Apparate verwässert werden. Wie Freiheit und Sozialismus walten können, ohne unter das Diktum der Ausschließlichkeit zu fallen, hat Rudolf Steiner 1919 erschlossen in "Kernpunkte der sozialen Frage in den Notwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft". Neue soziale Paradigmen zu denken, braucht ein Menschenleben, ein weiteres, um im Gefühl anzukommen - und noch ein weiteres, um Realität zu werden. Und so darf konstatiert werden, daß heute nach 3 x 33 Jahren vieles von Steiners konstruktiven Anregungen Wirklichkeit geworden ist. Es droht aber auch eine Kettenreaktion destruktiver sozialer Spaltung in einem Kampf Aller gegen Alle. Dieser hat gleich einem Tsunami weite Gebiete des sozialen Lebens überflutet. Und in dieser Lage ist eine Pandemie, wie sie z.B. der Coronavirus ausgelöst hat, bedrohlich für alle weitere Entwicklung. Denn sie führt zu weiteren nationalen Abschottungen und kulturellen und wirtschaftlichen Einbrüchen. Auch der Überwachungsstaat, vor dem Joseph Weizenbaum 1984 anläßlich des Huxley-Jahres gewarnt hat, kommt durch so etwas wie die "Corona-App" womöglich mit hoher Akzeptanz in unsere Lande. Nur besonnenes und im sozialen Leben angewandtes ganzheitliches Denken und Handeln kann Schlimmeres noch verhindern.
- Einblicke und Durchblicke in das Leben des Einzelnen, der Gemeinschaftsformen und der Gesellschaft im Ganzen und Grundlagen und Arbeitsmaterial hierfür möchten diese Seiten konstruktiv zu sozialen Bemühungen beitragen -
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