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Anthroposophie        =           Dreigliederung

Impuls - Reaktion - Inkarnation   1919 - 1969 - 2019    Geschichte - Quellen - Material

Anthroposophie und Menschheitsentwicklung


   Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, hat des öfteren ausgesprochen, daß es ihm am liebsten wäre, wenn die anthroposophische Bewegung jeden Tag einen andern Namen haben könnte. Denn in unsrer Zeit der Schlagworte nimmt man allzugern den Namen an Stelle der Sache und bildet sich nach dem, was man sich - womöglich mit Hilfe des Wörterbuchs - als Sinn der betreffenden Bezeichnung zurechtlegt, ein Urteil über die Sache. Damit soll hier nicht gesagt sein, daß das Wort Anthroposophie mit der dadurch bezeichneten Sache nichts zu tun habe etwa in dem Sinne, wie z.B. die Bezeichnung "sozial" über den wirklichen Charakter der politischen Organisationen, in deren Namen sie vorkommt (sozial-demokratisch, christlich-sozial usw.), heute ja wirklich nichts mehr aussagt. "Anthropo-Sophie" deutet - wie wir gerade auch im Folgenden sehen werden - durchaus auf eine wesentliche Eigentümlichkeit der damit benannten Sache hin; aber eben, wie jeder Name, nur auf eine. Und in welchem Sinne das der Fall ist, kann außerdem erst aus der Kenntnis der Sache heraus verstanden werden. Es ist daher, will man erfahren, was Anthroposophie ist, durchaus notwendig, daß man sich völlig freimachend von allen Vorstellungen, die dieses Wort in einem erwecken mag, sich in die Sache selbst vertiefe.


   Nun könnte es vielleicht manchem scheinen, daß man, um ein Bild von dem zu geben, was die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophie ist, lediglich die Lehren - wenigstens die wichtigsten - aufzuzählen brauche, die ihren Inhalt ausmachen, so z.B. die Lehre von der Wesensgliederung des Menschen, von Wiederverkörperung und Schicksal, von der Weltentwicklung usw. Allein, auch dadurch würde man das, was diese Anthroposophie ist, noch nicht treffen. Denn sie ist in Wirklichkeit nicht ein (S178) System von Lehren und Theorien, die von einer Gruppe von Menschen propagiert werden, und denen gegenüber es sich darum handeln könnte, sie eben als Theorien verstandesmäßig aufzunehmen, zu beweisen bzw. zu widerlegen.


   Die Anthroposophie ist eine im tiefsten Sinne aus dem Geiste unsres Zeitalters herausgeborene Schöpfung. Dieser Geist lebt in dem für unsre Epoche charakteristischen Drange, alles, was für das einzelmenschliche sowohl wie für das soziale Leben, Schaffen, Wirken an Einsichten und Kräften notwendig ist, in das Licht des Bewußtseins zu heben und aus dem Bewußtsein heraus zu betätigen. Anthroposophie kann daher nicht durch ein innerhalb des Verstandesmäßigen verbleibendes Denken erfaßt werden, sondern einzig und allein so, daß man sich das, was sie ist, zum Bewußtsein bringt. Auf einem niedrigeren Gebiete des seelischen Erlebens bildet den bedeutsamsten Akt des Bewußtwerdens das Aufwachen aus dem Schlafe, - so wie das Einschlafen ja auch geradezu als ein Bewußtloswerden bezechnet werden kann. Dieses sich vergegenwärtigend, kann man daher - vielleicht deutlicher - auch so sagen: Anthroposophie kann nur so erfaßt werden, daß das Erfassen derselben ein auf höherem Gebiete des seelischen Erlebens vor sich gehendes Aufwachen, ein Aufwachen in die Anthroposophie hinein ist.


   Versucht man aber auf diese Weise in die Anthroposophie als in die Wirklichkeit, die sie ist, hineinzuerwachen, dann kann man sie von einem gewissen Gesichtspunkt aus so kennzeichnen: Sie ist ein aus völlig neuen Quellen fließender ursprünglichster Neubeginn menschlichen Daseins.


   In welchem Sinne dies gemeint ist, wird verständlich werden, wenn wir diesem Neubeginn einen andern bzw. den Versuch eines solchen vergleichend gegenüberstellen, der innerhalb der neueren Geistesentwicklung aufgetreten ist.


   Im 18. Jahrhundert machten auf das gebildete Europa einen außerordentlich tiefen Eindruck die Schriften Jean Jacques Rousseaus. Rousseau ist nicht nur einer der Väter der (S179) französischen Revolution; bei ihm ist auch eine der Wurzeln dessen zu suchen, was um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts in Deutschland als die aus so ursprünglichen, tiefen Untergründen des Menschentums heraufdringende idealistische Geistesbewegung geblüht hat. Was war nun eigentlich die Lehre, die von Rousseau ausging? In der folgenden Weise etwa kann sie vielleicht umschrieben werden: Rousseau empfand gegenüber den Formen und Einrichtungen des menschlichen Lebens seiner Zeit, daß sie so, wie sie ihm entgegentraten, nicht etwas unmittlbar den wahren Bedürfnissen der Menschennatur Entspringendes und Gerechtwerdendes darstellen, sondern daß sie Umwandlungsprodukte aus früheren, einstmals ursprünglichen, sinnvollen Formen seien, die aber im Laufe ihrer fortschreitenden Umbildung ihren eigentlichen Sinn verloren haben. Und aus dieser Empfindung entstanden ihm zwei andre: erstens, daß in diesen Einrichtungen und Lebensformen das natürliche, ursprüngliche Menschenwesen nicht zur Entfaltung kommen, sondern nur erstickt werden könne; zweitens, daß dem jedoch durch bloße Veränderungen und Reformen der bestehenden Einrichtungen im einzelnen nicht abzuhelfen sei, sondern lediglich dadurch, daß man überall auf den anfänglichen, ursprünglichen Sinn aller Formen des Menschenlebens zurückgehe und so die Menschheitsgeschichte gleichsam noch einmal von vorne beginne. Ihm erschien deren bisheriger Verlauf immer mehr und mehr als ein fortschreitender Entartungsprozeß des ursprünglichen gesunden Menschenwesens. So beginnt z.B. sein "Emil" charakteristischerweise mit den Worten: "Alles ist gut, wenn es aus den Händen des Urhebers aller Dinge kommt. Alles artet unter den Händen des Menschen aus". Und ein Stück weiter heißt es von der Gegenwart: "In dem Zustand, worin sich jetzt die Dinge befinden, würde ein Mensch, den man von seiner Geburt an sich selbst überließe, der entstaltetste (sinngemäß muß es hier wohl heißen: der Entfaltetste - da hat vielleicht der Druckfehlerteufel zugeschlagen - kk) von allen sein. Die Vorurteile, das herrschende Ansehen, alle die bürgerlichen Einrichtungen, die uns gleichsam überschwemmen, würden in ihm die Natur ersticken und nichts an deren Stelle setzen." Und so ließ Rousseau in Bezug auf die (S180) Gestaltung der Erziehung, des sozialen und staatlichen Lebens usw. durch die damalige Welt den Ruf ertönen: "Zurück zur Natur, d.h. zur Natur im Menschen!", der ja eine so ungeheuer tiefe Wirkung übte, und der bis auf den heutigen Tag von solchen, die ähnliche Erlebnisse gegenüber der modernen Zivilisation haben, immer wieder aufgenommen wird.


   So tief nun Rousseau mit den angedeuteten Empfindungen eine - wie wir sehen werden - allerdings tiefste, geheimnisvolle Tragik unsres Zeitalters gefühlt hat, so entsprang doch der Weg, den er aus dem für das 18. Jhdt. charakteristischen unhistorischen Denken heraus zu ihrer Überwindung vorschlug, einer ungenügenden Erkenntnis der Menschennatur und war daher im Grunde doch nicht gangbar. Denn das Rad der Weltgeschichte läßt sich nun einmal nicht an seinen Anfang zurückdrehen. Die Geschichte kann nicht an irgendeinem Punkte von vorne angefangen werden; denn die Veränderungen, die in ihrem Verlaufe eintreten, sind Realitäten, die nicht einfach aus der Welt geschafft werden können.


   Daß dies nicht möglich ist, das zeigte sich ja auch daran, daß das Bild, das Rousseau in seinem "Emil", in seinem "Contract social" und in andern seiner Schriften von dem ursprünglichen, anfänglichen Menschen entwarf, in Wirklichkeit gar nicht dieser anfängliche Mensch war, sondern eine bloße Konstruktion, die von dem Menschen des 18. Jahrhunderts dadurch abstrahiert war, daß eben diejenigen Züge desselben, die Rousseau als entartete empfand, entfernt waren. Das empfinden wir schon heute, nach noch nicht ganz 200 Jahren, deutlich, wenn wir z.B. den Emil lesen. Was uns da entgegentritt, ist durchaus eine Schilderung des Menschen des 18. Jahrhunderts. Das Unzulängliche der Rousseauschen Vorschläge zeigte sich aber auch daran, daß man da, wo man wie z.B. in der französischen Revolution im Sinne Rousseaus die Staatsbildung praktisch ganz von vorne, mit der Festsetzung der ursprünglichen Menschenrechte anfangen wollte, nach kurzer Zeit schon wieder in die schlimmsten Entartungserscheinungen verfiel. (S181) Dadurch aber verkehrte sich der revolutionäre Charakter, mit dem der Rousseauismus anfänglich aufgetreten war, bald immer mehr in einen reaktionären. Denn indem auch das, was man als ein Ursprüngliches hingestellt zu haben glaubte, immer wieder bald zu Zuständen führte, die man als entartet bezeichnen und daher wieder ablehnen mußte, wurde man dazu getrieben, immer noch Ursprünglicheres aufzusuchen; und auf dieser Suche nach immer noch Ursprünglicherem wurde man schließlich eben zum reaktionären Ablehner alles dessen, was sich irgendwie als eine schon historisch gewordene Zivilisationsstufe darstellte. Und man könnte zeigen, wie die reaktionäre Strömung, die sich vom Beginn des 19. Jahrhunderts an geltend machte und die dann die reaktionäre Epoche der zwanziger und dreißiger Jahre heraufführte, die notwendige Folge des Rouseauismus war, - dasjenige, in das dieser früher oder später umschlagen mußte. Man braucht da nur auf eine Persönlichkeit wie Görres hinzuweisen, der aus einem ehemaligen "Jakobiner" später einer der Führer der katholisch-reaktionären Strömung wurde.


   Anthroposophie hat mit Rousseau gemeinsam das Streben, mit der Menschheitsgeschichte "ganz neu anzufangen". Aber sie will das in einem ganz andern Sinne. Sie weiß, daß die Menschheitsentwicklung zwar nicht in der Weise, wie Rousseau und seine Jünger es wollten und wollen, an einem beliebigen Punkte "von vorne" angefangen werden kann. Aber etwas anderes ist nach ihrer Überzeugung der Fall. Dieses nämlich, daß es gerade die eigentümlichste Natur und Wesenheit der Menschheitsentwicklung ausmacht, daß sie in ihrem Verlaufe an einen Punkt kommt, der für alles Frühere ein Ende und für alles Spätere einen neuen, ersten Anfang bedeutet. Ein Punkt, an dem alles, was vorher fürr die Gestaltung des Menschendaseins an Kräften vorhanden und maßgebend war, seine Bedeutung verliert, und ganz neuartige Kräfte zu wirken beginnen müssen, damit die Entwicklung weitergehen könne. Worauf beruht das? Man kommt darauf, warum das so ist, wenn man nur unbefangen und konsequent genug, was immer an (S182) Einrichtungen und Gestaltungen des menschlichen Daseins noch gegenwärtig vorhanden ist, zurückzuverfolgen imstande ist bis an seine ersten, ursprünglichsten Anfänge. Man findet dann nämlich, daß alles, was an Einrichtungen uns umgibt, ob zwar im Laufe der Jahrtausende aufs mannigfaltigste verändert, letzten Endes nicht von Menschen herstammt, sondern durch die Kanäle, die von den alten Mysterien ausgingen, aus der übersinnlichen Welt, der Welt der Götter in die Menschheit hereingeflossen ist. Der anfängliche Mensch, der Mensch, der am Anfang der Geschichte steht, war eben nicht jene Konstruktion von Rousseau, sondern er war der Mensch, der alles, was er brauchte, in reichster Fülle aus der Hand der Götter empfing. Die ganze menschliche Zivilisation ist in ihren ersten Anfängen eine durch das Mysterienwesen vermittelte Gabe der Götter. Aber je weiter die Menschheitsentwicklung vorwärtsschritt, desto mehr hörte der ursprüngliche Verkehr mit den Göttern auf. Die Brunnen der geistigen Welt, aus denen einstmals alles geschöpft werden konnte, was zur Lebensgestaltung an Impulsen und Richtlinien gebraucht wurde, flossen immer spärlicher und versiegten endlich ganz. Die Tore der übersinnlichen Welt verschlossen sich dem menschlichen Erleben. Und nun fand sich die Menschheit darauf verwiesen, das, was ihr ursprünglich von Tag zu Tag die Götter selber geschenkt hatten, nun aus den Einrichtungen zu schöpfen, die durch jenen einstmaligen Verkehr entstanden waren. Hatte sie ursprünglich von dem Wirken der Götter selbst gelebt, so mußte sie jetzt von dem Kapital leben, das diese ihre zurückgelassen hatten. Nun hieß es, dieses Erbe zu nützen, fruchtbar zu machen. Und mit den Kräften, die ihm entnommen werden konnten, eroberte sich die Menschheit jetzt die Erde, die Welt. Aber die Erinnerung an den göttlichen Ursprung der überkommenen Einrichtungen, die besonders in älteren Zeiten noch lebendig war, ließ die Menschheit an ihren durch Jahrtausende mit Pietät und Strenge festhalten. Erst allmählich, in dem Maße, als auch die Erinnerung an ihre Herkunft erlosch, bildete man sie leichter und öfter um. Es waren die in ihnen liegenden Kräfte (S183) dadurch, daß die Menschheit durch Jahrtausende von ihnen gezehrt hatte, ja auch nach und nach verbraucht. Und so näherte sich die Menschheit allmählich jenem Punkt, an welchem das alte Göttererbe im wesentlichen aufgezehrt war, an welchem on den überlieferten Einrichtungen nurmehr die Hülsen, die Schalen übriggeblieben, der Kern, das Mark aber erstorben waren. Und dieser "Punkt" war von den fortgeschrittensten Teilen der Menschheit erreicht um die Wende des 15. und 16. Jahrhunderts.Die Versuche der Renaissance, das Vergangene noch einmal aufleben zu lassen, die religiösen Erneuerungsbestrebungen, die Bemühungen, die Philosophie und Naturwissenschaft auf neue Grundlagen zu stellen, sind Symptome für diese Tatsache. Immer stärker und auf immer breiterer Linie jedoch wurde sie empfunden, je weiter die Zeit fortschritt; sie war es, die im 18. Jahrhundert den Empfindungen Rousseaus in Wahrheit zugrunde lag, jedoch ohn daß er sie richtig zu deuten vermochte, und in der Gegenwart endlich hat die durch sie hervorgerufene Menschheitskrisis ihren Höhepunkt erreicht. Denn das bildet doch das hervorstechendste Charakteristikum unsrer Zeit, daß unser Leben allüberall eingekleidet ist in Formen und Einrichtungen, die, aus älteren Zeiten überkommen, ihm nicht mehr angemessen sind, die es bedrücken, einengen, und die es an allen Stellen sprengen will. Die Diskrepanz zwischen den Forderungen und Lebensbedingungen der gegenwärtigen Menschheit und ihren überlieferten Einrichtungen, - die Revolution des fortschreitenden Lebens gegen die veralteten Institutionen ist das Kennzeichen der Gegenwart. Wohin wir blicken mögen, überall sehen wir nur Schalen, nirgends einen Kern, überall Ende, nirgends einen Anfang, überall Überliefertes, nirgends Ursprüngliches. Betrachten wir das religiöse Leben in der bedeutsamsten Form, die es innerhalb des Abendlandes angenommen hat: der römisch-christlichen Kirche! Das Wesentliche, ihrer Wirklichkeit nach, ist einerseits die Hierarchie des Klerus, andrerseits das kultisch-sakramentale Leben, das in ihr gepflegt wird. Aber wie weit muß man zurückgehen, bis man in die Zeit kommt, in der dies einmal ursprüngliche, (S184) als sinnvoll erlebbare Gestaltungen und Verrichtungen waren! Bis in die alte ägyptisch-chaldäische Zivilisation und ihre Mysterienkultur! Denn von den Priesterhierarchien der alten Mysterien, die zum Abbild der Götterhierarchien gestaltet waren, mit denen man damals noch verkehren konnte, ist die Hierarchie des Klerus ein letztes Überbleibsel; und von den Kulthandlungen bzw. Einweihungsriten jener alten Mysterien ist der katholische Messekultus ein dann ins Christliche umgebildetes Umwandlungsprodukt. Schauen wir hin auf unsre heutige Schulphilosophie! Sie bewegt sich noch jetzt (vgl. den dritten Aufsatz dieses Buches Bedeutung der Erkenntnis-theorie) in Denkgeleisen, die Plato und Aristoteles gebahnt haben (und von denen gezeigt werden konnte, daß sie Ausläufer früheren Mysterienerkennens waren). - Denkgeleisen, die aber heute nicht mehr zu Zielen führen. Schauen wir selbst auf so etwas wie die naturwissenschaftliche Welt- und Menschenbetrachtung hin, die sich so gern als etwas Neues gebärdet. Sie betrachtet es als ihre Errungenschaft, daß sie die früher herrscheind gewesene Meinung: der Mensch bestehe aus Leib und Seele, dadurch als einen Irrtum erwiesen habe, daß sie die Leibbedingtheit des menschlichen Seelenlebens aufdeckte. Aber weit davon entfernt, mit dieser Kennzeichnung des Verhältnisses von Leib und Seele etwas Neues, Ursprüngliches getan zu haben, hat sie damit velmehr nur eine jahrtausendlange Entwicklung zum Abschluß gebracht. In früheren Zeiten betrachtete man den Menschen als eine dreigliedrige Wesenheit, bestehend aus Leib, Seele und Geist. Von dieser Dreiheit hat die katholische Kirche den Geist weggestrichen und die zweigliedrige leiblich-seelische Natur des Menschen (auf dem achten ökumenischen Konzil im Jahre 869) zum Dogma erhoben, wobei sie der Seele "einige geistige Eigenschaften"zubilligte. Bei dieser zweigliedrigen Natur der Menschen setzt die moderne Naturwisseschaft ein und streicht von ihr abermals ein Glied weg, die Seele, indem sie dafür dem Leib "einige seelische Eigenschaften" zuerkennt. Sie glaubt damit, wie gesagt, ein Ursprüngliches zu tun, während sie in Wahrheit nur das Werk der katholischen Kirche zu Ende führt. (S185)


   Blicken wir auf die gegenwärtigen parlamentarischen Staatseinrichtungen hin: Warum zeigt das politisch-parlamentarische Leben in fast allen Ländern eine so entsetzliche Entartung? Weil auch seine Gestaltung nicht eine der gegenwärtigen Entwicklungsstufe der Menschheit angemessene ist, sondern eine, wenn auch mannigfach umgebildete Fortführung von Staatsformen darstellt, die der griechisch-römischen Epoche entstammen und der damaligen Menschheitsveranlagung entsprachen.


   Werfen wir endlich einen Blick auf unser soziales Leben so gewahren wir auch hier: in der klassenmäßigen Schichtung der Sozietät Lebensformen, die letztlich zurückgehen über die antike Zweiteilung in Freie und Sklaven bis auf die Kastenordnung der alten orientalischen Kulturen. Während aber in jenen frühen Zeiten diese Schichtungen als etwas sinnvoll Berechtigts entstanden waren aus der Tatsache, daß damals verschiedenes Blut verschiedene Geistesfähigkeiten in sich barg und vererbte, haben sie durch die Veränderungen, die die menschliche Organisation seither erfahren und durch die jener einstmalige Zusammenhang zwischen Blut und Geistesfähigkeiten sich aufgelöst hat, ihre Berechtigung verloren und werden daher heute auch als durchaus ungerecht empfunden.


   So könnte noch über viele Seiten fortgefahren werden, zu zeigen, wie unser gegenwärtiges Leben z.B.auf dem Gebiete des Erziehungswesens, des Wirtschaftslebens usw. in Formen gefesselt liegt, die aus älteren Zeiten sich erhalten haben, heute aber nicht mehr zureichend sind.


   Der Kampf des gegenwärtigen, fortschreitenden Lebens mit den stehengebliebenen Resten älterer Einrichtungen, so sagten wir, sei das Charakteristikum unsrer Zeit. Ihre Tragik aber liegt darin, daß man die Forderungen, die nun eigentlich das gegenwärtige Leben in sich enthält, doch - nicht kennt. Denn verstünde man sie, so würde dieser Kampf eine ganz andere Form annehmen, als er heute hat. Und warum kennt man sie nicht? Um dies einzusehen, ist es nun notwendig, die andre Seite der Entwicklung (S186) ins Auge zu fassen, die wir oben geschildert haben. Denn was wir im Vorangehenden skizzierten, war nur deren eine Seite, - dasjenige, was sie dem rückschauenden Blicke zunächst an ihrer Oberfläche darbietet. Aber in ihrer Tiefe, in ihrem Innern hat sich ein anderes vollzogen: dieses nämlich, daß die "Menschheit" erst im Verlaufe dieser Entwicklung zu einem eigenen, selbständigen Wesensreich herangereift ist. Ursprünglich selber gottgezeugt, hat sie im Arbeiten mit dem Erbe, das sie von ihren Erzeugern mit auf ihren Weg bekommen hatte - auf den Weg der fortschreitenden Verlassenheit von ihren einstigen Führern -, sich zu innerer Selbständigkeit und Freiheit, zu eigener Schöpferkaft heranentwickelt. In der Handhabung und Fruchtbarmchung des ererbten Kapitals hat sie sich eigene neuschöpferische Fähigkeiten erworben. Und dies ist das andre, das positive Resultat dieser Entwicklung, allerdings zugleich auch das zunächst verborgene, - verborgen und verhüllt durch die Hülsen und Formen der alten Einrichtungen, in die das Dasein der Menschheit noch immer gekleidet ist. Und darum erschaut man die Forderungen noch nicht, die sich auf dem gegenwärtigen Punkte aus der Menschheitsentwiclung heraus für ihren weiteren Fortgang erheben. Das aber ist große Aufgabe, die der Menschheit heute gestellt ist: daß sie dieses in ihr reifgewordene schöpferische Wesen in das Licht ihres Bewußtseins heraufhebe und in Tätigkeit versetze, - daß dieses durch die es überall noch umschließenden Hüllen und Hülsen überkommener Institutionen hindurchstoße und ihr ganzes Dasein von Grund auf neugestalte. Loskommen muß die Menschheit einerseits von dem Glauben, es könne durch die Einrichtungen, so wie sie heute bestehen, sei es nun Staat oder Kirche oder was immer sonst für eine Organisation, sozusagen von oben oder von außen her irgend etwas zur Heilung der so ungesunden Verhältnisse unsrer Zeit getan werden. In diesem Glauben an die überkommenen Einrichtungen hat sich der alte einstmals berechtigte Glaube an das Wirken der Götter in einen Götzenglauben verwandelt. Und in solchem Götzenglauben lebt ein großer (S187) Teil der gegenwärtigen Menschheit. Andrerseits aber kann es sich für sie ebensowenig darum handeln, noch einmal zu dem Anfangspunktder Geschichte, zu dem uranfänglichen Menschen zurückzukehren. Denn auch dadurch kommt man - we sich immer und überall gezeigt hat, w man im Sinne Rousseaus der Vergangenheit angehörige ursprünglichere Formen des menschlichen Daseins wieder einführen wollte - zu keinem wirklichen Neuaufbau, sondern verfällt nach kurzer Zeit nur wieder in die alten Entartungserscheinungen. Dahin allein kann das Streben der gegenwärtigen Menschheit gehen, wenn sie sich selbst recht versteht: gerade das in sich zu ergreifen, was erst jetzt zum erstenmal betätigt werden kann: ihr eigenes schöpferisches Wesen. Zu einer wirklich gesunden Erneuerung ihrer Verhältnisse gelangt sie nur dann, wenn sie diese auf das gründet, was bisher noch nie da war, was erst durch innere Arbeit im Menschen erweckt und aus ihm herausgeholt werden muß. Denn nur damit wendet sie sich an etwas wirklich Lebendiges, unendlichen Wachstums Fähiges. Das ist in der Tat auf allen Gebieten die große, grundsätzliche Aufgabe der gegenwärtigen Menschheit, ihre unmittelbar gegenwärtigen, neuesten Kräfte in sich selbst zu ergreifen, die Leitung ihrer weiteren Entwicklung in die eigene Hand zu nehmn und die Verantwortung dafür selbst zu tragen.


   Dieses Erfassen aber und Entbinden der Kräfte des freien, schöpferischen Menschen-Ichs und das Befähigen desselben zur Neugestaltung der ganzen menschlichen Kultur, das ist es, was in Wirklichkeit Rudolf Steiner durch sein Lebenswerk: die Begründung der Anthroposophie vollbracht hat. Diese Anthroposophie ist der Anfang einer Neugestaltung des menschlichen Daseins von Grund auf und in seinem ganzen Umfange, - einer Neugestaltung aber nicht dadurch, daß von ihr auf irgend etwas Vergangenes zurückgegangen wird, sondern dadurch, daß sie das im Menschen erweckt und befreit,  was noch niemals früher in ihm da war, was erst in unsrer Epoche in ihm herangereift ist: seine eigenen Schöpferkräfte. Wollte man daher, so wie man das Streben Rousseaus in (S188) die Devise zusammenfassen konnte: "Zurück zur Natur im Menschen!", dasjenige der Anthoposophie in eine solche kleiden, so könnte man sagen: "Hinan zum Menschen im Menschen!" Ja, das ist die große Notwendigkeit unsrer Zeit, daß die menschliche Kultur zu gestalten neu begonnen werde aus der Kraft des Menschen heraus, wie sie einstmals, am Anfange der Menschheitsentwicklung aus dem Wirken der Götter heraus aufgebaut wurde. Übergehen - so kann man es auch ausdrücken - muß heute die Führung und Gestaltung des Menschheitsfortschrittes aus der Hand der Götter bzw. der von diesen gestifteten, nachgerade aber zu Götzen gewordenen Institutionen in diejenige der Menschen selber.


   Vermag man die Sache in dieser Art anzuschauen, dann begreift man den ganzen Inhalt, den die Anthroposophie im Verlaufe ihres Werdens allmählich als "Lehre" entwickeln müßte. Denn auch hier, im Größten, ist es so, wie im Kleineren und Kleinsten. Wo immer in irgendeinem Amt ein Vorgänger durch einen Nachfolger abgelöst wird, da überliefert der erstere dem letzteren zugleich alles das, was an Kenntnissen und Erfahrungen zu Führung des betreffenden Amtes notwendig ist. So war es auch hier in Bezug auf das Amt der Menschheitsführung. Nachdem aus der Menschheit heraus, zunächst in Steiners philosophischen Schriften, das Bewußtsein von der in ihr herangereiften eigenen Schöpferkraft errungen, nachdem ihnen aus diesem Bewußtsein heraus die Bereitwilligkeit ausgesprochen worden war, ihre weitere Führung in die eigene Hand und Verantwortung zu übernehmen, konnten die Götter dann, durch Steiners anthroposophische Darstellungen, der Menschheit alles das ausliefern, was an Wissen für diese Führung notwendig ist. Denn würde jemand glauben, er könnte seine eigene oder der Menschheit Fortentwicklung in Freiheit selbst bestimmen ohne ein solches Wissen, dann befände er sich eben in einem Wahn. Wirkliche freie Selbstbestimmung ist dem Menschen nicht möglich ohne die Kenntnis der Grundlagen seiner Existenz. Denn ohne diese Kenntnis kann er sich über die wahren (S189) Triebkräfte, die in seinem Wollen wirken, den ärgsten Illusionen hingeben. Da nun aber die Menschheit mit ihrem Sein tausendfältig im ganzen Weltensein verwurzelt ist, muß sich das für ihre Führung notwendige Wissen über dieses ganze zu ihr gehörige Weltensein erstrecken. Nichts anderes als dieses Wissen ist nun der Inhalt der Anthroposophie. Anthroposoph aber ist, wer fühlt, daß durch die Verkündigung dieses Wissens zum erstenmal im Verlauf der Geschichte jedem einzelnen Menschen die Möglichkeit gegeben ist, in ganz freier Weise am Menschheitsfortgang mitzuwirken, daß damit aber auch jeder Mensch, der dieses Wissen sich aneignet, zur Entscheidung aufgerufen wird, ob er ein Mitarbeiter am Menschheitsfortgang sein will oder nicht. Gewiß haben früher, als noch die Götter die Menschheit führten, iimmer einzelne Menschen innerhalb der Mysterien an dieser Götterführung mit teilgenommen. Aber es waren eben immer nur einzelne Auserwählte. Diese durften ihr Wissen keinem Nichteingeweihten verraten. Die übrige Menschheit wurde durchaus geführt. Heute, nachdem durch Rudolf Steiner das Wissen von den Grundlagen des Menschendaseins veröffentlicht worden ist, kann jeder Mensch selbständig und in Freiheit den Menschheitsgang mitbestimmen. Dieses Umwälzende, Entscheidende der Anthroposophie für die Menschheit muß fühlen, wer sie verstehen will.


   Werfen wir nun aber einige Blicke auf den Inhalt der anthroposophischen "Lehre", so bietet sie von dem hier eingenommenen Gesichtspunkte aus zwei Hauptstücke dar. Bezüglich des ersteren zeigt sich etwas Eigentümliches: Rousseau wollte an den Anfang der Menschheigsgeschichte zurück. Aber ebendeshalb konnte er dessen wahre Gestalt nicht finden. Anthroposophie möchte die Kulturgestaltung heute neu beginnen mit den Kräften, die der Menschheit erst heute erwachsen sind. Aber ebendeshalb gelangt sie zur Erkenntnis des wirklichen Anfangs der Geschichte. Denn das ist das Eine, was die Götter der Menschheit auszuliefern hatten, indem diese jetzt ihre Führung in ihre eigene Hand zu nehmen sich bereit erklärte: eine Einsicht in den tatsächlichen Gang, den die (S190) Geschichte bisher genommen hat. Und so wurden ihr eben jene Erkenntnisse enthüllt, die wir oben skizziert haben: wie die Menschheit selbst ursprünglich aus dem Schoße der Götter hervorgegangen, wie sie zunächst von ihren Erzeugern selbst geführt worden ist und dann von diesen mitbekommen hat, was ihr weiter wegweisend sein konnte; wie sie daran dann ihre eigenen Schöpferkräfte herangebildet hat, und wie sie durch die Betätigung derselben allmählich selbst zu einer neuen Hierarchie von Göttern heranreifen soll.


   Das andre aber, was der Menschheit enthüllt werden mußte, weil auch dieses Wissen zur Erfüllung der ihr nunmehr erstehenden Aufgaben notwendig ist, bezieht sich auf ihr Verhältnis zu der Grundlage, auf der sich ihre Entwicklung abspielt: der Erde, oder den drei Naturreichen, welche ja die Erde ausmachen. Diese Grundlage ist nämlich keineswegs gleichgültig zu dem, was sich auf ihr als Menschheitsgeschichte vollzieht, sondern steht mit dieser in einem tief geheimnisvollen Zusammenhang. Sie bildete ursprünglich einmal einen Teil des Menschen selbst, wurde dann aber von ihm vorläufig ausgeschieden, weil er in seiner Entwicklung sonst nicht hätte vorwärtskommen können. Der Mensch hat die Natur von sich aus- und unter sich herabgestossen, damit er höher steigen konnte. Das aber hat zur Folge, daß er sie, nachdem er in seiner Entwicklung eine gewisse Höhe erreicht hat, später wieder zu sich herufheben, daß er ihr den Geist zurückgeben muß, den er ihr zunächst entzogen hat. Auch dies gehört zu den Aufgaben seiner künftigen Entwicklung. Nicht könnte er also diese in richtiger Art gestalten, wenn ihm nicht auch das Geheimnis von ihrem Zusammenhang mit der Erdengrundlage enthüllt worden wäre.


   So kann Anthroposophie in ihrem ganzen Lehrinhalt begriffen werden aus dem, was wir im Vorangehenden als ihr wirkliches Wesen zu kennzeichnen versuchten. Wir begreifen sie also recht, wenn wir sie einerseits als die Weisheit ansehen, die bisher bei den Göttern war, aus der diese bisher die ganze Menschheitsentwicklung geleitet haben, und die jetzt an die Menschheit übergegangen (S191) ist. Und wenn wir sie andrerseits ebendeshalb als dasjenige ansehen, aus dem von jetzt an durch die schöpferische Kraft der Menschen selber die ganze menschliche Kultur neugestaltet werden muß. Aus der Anthroposophie allein kann fließen, was auf irgendeinem Gebiete Erneuerung bringen soll. Aus ihr kann aber auch alles fließen, as auf welchem Felde immer an Erneuerungsimpulsen gebraucht wird. In der Tat haben wir ja auch schon bisher auf den mannigfaltigsten Gebieten wenigstens in Anfängen Neugestaltungen sich entwickeln sehen dürfen: auf wissenschaftlichem, künstlerischem, religiösem Gebiet, in der Erziehung, in der Heilkunst, im sozialen, im wirtschaftlichen Leben usw. Und was ist das Charakteristische aller dieser Erneuerungen? Daß sie nicht aus überkommenen Prinzipien, im Sinne hergebrachter oder ausgeklügelter Theorien, sondern aus der geistigen Erkenntnis der Grundlagen und Lebensbedingungen des Menschendaseins herausfließen. Man schaue - um nur ein Beispiel herauszugreifen - auf die von Rudolf Steiner begründete Pädagogik, die ja schon so großartige Erfolge gezeitigt hat! Was unterscheidet sie von allen andern Reformversuchen auf pädagogischem Gebiete? Daß sie nicht auf Grundsätze konservativer oder radikaler Bestrebungen, nicht auf politische Programme, auch nicht auf ein tastendes Herumexprimentieren am Kinde, sondern zum erstenmal auf die umfassende Enthüllung der reinen Menschennatur als solcher und ihrer Entwicklungsgesetze aufgebaut ist.

 

   Aus solchem Verständnis der Anthroposophie heraus können sich endlich auch die richtigen Empfindungen ihr gegenüber einstellen. Was für welche damit gemeint sind, darauf kann vielleicht noch durch das Folgende geführt werden: Goethe hat in seinen "Faust" in Anlehnung an einen antiken Schriftsteller die Vorstellung von den "Müttern" aufgenommen, als von jenen Wesenheiten, aus deren Schoß alles Geschaffene geboren sei. Sie repräsentieren gleichsam das Reich der platonischen Ideen, der schöpferischen Urbilder, von denen alles Geschaffene bloßes Abbild ist. Faust, indem er sich (S192) in den Tempel der "Mütter" begibt, muß die Welt des Sichtbaren, des Geschaffenen verlassen. Dieser Tempel der Mütter, er war früher in der Tat nicht innerhalb der Schöpfung selbst zu finden. Er stand im Reiche der Götter. Dort mußte sich hinbegeben, wer zum Ursprung aller Dinge, zum Quell des menschlichen Daseins dringen wollte. Heute steht dieser Tempel im Innern des Menschen selbst. Hier haben die Mütter jetzt den Schauplatz ihres Wirkens aufgeschlagen. Was einstmals Theo-Sophie war, ist zur Anthropo-Sophie geworden. Denn nichtsanderes als der Inhalt der Anthroposophie bildet heute den Tempel der Mütter. Ihn findet daher heute nur, wer sein innerstes Menschenwesen in sich auferweckt hat. Wer aber so den Weg zur Anthroposophie gefunden hat, der darf, indem er sich in ihren Erkenntnissen bewegt, fühlen, daß er sich innerhalb des erhabenn Tempels befindet, au dem von nun an alles hervorgehen wird, was Dasein und Gestaltung erlangen wird. Er darf sich am Quell alles künftigen menschlichen Daseins stehend fühlen.


   Was Anthroposophie ist - das wollten diese Ausführungen zeigen -, kann man nicht dadurch erfahren, daß man aus dem Organismus ihrer Erkenntnisse einzelne Stücke herausnimmt und rein verstandesmäßig zergliedert. Denn das wäre geradeso - wenn auch der Vergleich paradox erscheint - wie wenn jemand einen Menschen dadurch kennen lernen wollte, daß er ihn totschlüge und seinen Leichnam in einzelne Teile zerlegte. Einen Menschen lernt man nur dadurch kennen, daß man mit ihm zusammen lebt und erlebt, solange seine Seele in ihm wohnt. Ebenso lernt man die Anthroposophie nur dadurch kennen, daß man mit der Seele, dem Geist, der in dem Organismus ihrer Erkenntnisse wohnt, zusammen lebt und seine Erfahrungen macht. Lebt man aber so mit ihr zusammen, dann wird man den ihr innewohnenden Geist kennzeichnen dürfen - wie es in diesem Aufsatz geschehen ist - als den Quell einer vollkommenen Neugestaltung unsres ganzen menschlichen Daseins.